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So s oll die Villa einmal aussehen: umbra-farbene Wände, weiße Fensterumrahmungen, grüne Läden.

Letzter Modernisierungs-Abschnitt

Umbra: Neue Farbe für die Landratsamts-Villa

Vor neun Jahren hat der Kreistag beschlossen, die Landkreisverwaltung an der Olympiastraße in Garmisch-Partenkirchen zu belassen und zu modernisieren. Die – vorerst – letzten zwei Groß-Projekte laufen.

Landkreis – Es sieht seltsam aus, wenn ein Gebäude samt seiner Fundamente zu sehen ist. So wie Gebäude A, genannt „Die Villa“, auf dem Gelände des Landratsamtes in Garmisch-Partenkirchen. Dort hatte bislang Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sein Büro. Jetzt fällt vor den seitlichen Eingängen der Boden rund zwei Meter ab – und gibt den Bereich unter dem denkmalgeschützen Haus frei. Im Inneren ist es komplett leer geräumt, im Gang des Erdgeschosses wurde sogar der obere Teil des Fußbodens herausgerissen. Bevor die Villa, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist, in neuem Glanz erstrahlt, muss aber noch einiges passieren. Vor allem draußen.

Denn parallel zur Modernisierung von Gebäude A laufen die Vorbereitungen im Innenhof für die Erweiterung der Tiefgarage. Für 1,85 Millionen Euro entstehen weitere 44 Stellplätze. Und dafür muss gebuddelt werden. „Wir gehen 4,5 Meter runter“, erklärt Kreisbaumeister Alkmar Zenger mit Blick auf den tiefsten Punkt der Garage. Derzeit laufen die so genannten „Anpassungsmaßnahmen.“ Leitungen werden frei- und umgelegt, die Fundamente – wie bei der Amtsvilla – gestärkt. Dann kann das große Loch gegraben werden. Bis September soll die Grube laut Bauamts-Mitarbeiter Holger Fehse ausgehoben sein. Im Anschluss wird betoniert. Erst die Wände, danach die Decke. „Im Idealfall noch vor dem Winter“, sagt Fehse. Dafür muss aber viel zusammenpassen – unter anderem das Wetter.

Vom neuen Tiefgaragen-Bereich wird es einen Zugang zur Amtsvilla geben. Das hat Vorteile, weil sich dort der Tresor befindet. Und die Kammer für abgegebene Waffen. Neben dem bisherigen Seiteneingang zu dem historischen Gebäude wird ein Aufzug eingebaut. Das gibt noch mal jede Menge Dreck. Aber auch die gesamten Heizungsanlage, alle elektrischen Leitungen und die sanitären Anlagen kommen raus und in moderner Form wieder rein. Dabei arbeiten Zenger und Fehse eng mit dem Denkmalschutz zusammen und haben eine Überraschung beim Thema Farbgestaltung erlebt. An verschiedenen Stellen, zum Beispiel am derzeit rot gestrichenen Treppengeländer, wird geschaut, wie die Farbschichten darunter aussehen. Um vielleicht am Ende zur ursprünglichen Gestaltung zurückzukehren. Im Gang vom Erdgeschoss entdeckten die Verantwortlichen, dass es unter mehreren Weiß-Schichten mal eine bunte Bordüre gab. Nun wird überlegt, das Erdgeschoss wieder damit zu schmücken.

Dort, wo sich einst der Sitzungssaal oder der Raum mit einem Glas-Schalter ähnlich wie in einem Bahnhof befanden, entstehen neue Büroräume. Der erste Stock bleibt auch nach der Fertigstellung – derzeit geht Zenger von Frühjahr 2020 aus – dem Landrat und seinen direkten Mitarbeitern vorbehalten. Sie sind im vergangenen Herbst in Übergangs-Büros im frisch renovierten Mittelgebäude B gezogen.

Farblich soll die Amtsvilla daran und an den Landratsamts-Neubau angepasst werden. Das eher dumpfe Gelb könnte einem warmen, gedeckteren Umbra-Ton weichen. Die Fenster bleiben weiß umrandet, das Grün der verwitterten Fensterläden erhält einen neuen Anstrich.

Vor dem Haus entsteht Zenger zufolge eine Grünfläche mit vier neuen Bäumen. Entlang der Olympiastraße sind zudem elf Auto-Parkplätze für Besucher vorgesehen. Auf den Plänen für die Freiflächen ist dort, wo einst die Jugendsamts-Villa stand – aber auch ein mögliches weiterere Gebäude eingezeichnet. Freilich nur als Option für die Zukunft. Derzeit befindet sich die aufwändige Modernisierung des Landratsamtskomplexes – neun Jahre nach dem politischen Beschluss – endlich auf der Zielgeraden.

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