So könnte er aussehen, der Verlauf der geplanten Trasse. Ein Großteil der zwei Kilometer langen Ortsumfahrung soll in einer Art „Trog“ unterhalb des Geländeniveaus verlaufen. Die Umgehungsstraße wird zirka zwei Kilometer lang sein. Kostenpunkt: rund zehn Millionen Euro. Plan: Gemeinde

Umgehungsstraße: Entscheidung im Sommer

Bad Kohlgrub - Im Rahmen des Straßenausbauplans wird die Baumaßnahme bezüglich ihrer Dringlichkeit bewertet. Bürgermeister Gerald Tretter ist optimistisch.

Seit nun mehr 50 Jahren träumen laut Bürgermeister Gerald Tretter (Für Bad Kohlgrub/Neue Liste) viele Bad Kohlgruber von einer Ortsumgehungsstraße. Heuer könnte Bewegung in die Sache kommen: Im Rahmen des Straßenausbauplans wird die Baumaßnahme bezüglich ihrer Dringlichkeit bewertet.

Das Gemeindeoberhaupt zeigt sich optimistisch: „Ich schätze die Aussichten, in die erste Dringlichkeitsstufe zu kommen, als sehr gut ein. Schließlich haben uns sowohl die beiden Landtagsabgeordneten Renate Dodell und Florian Streibl als auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt bei diversen Hauptstraßenfesten ihre Unterstützung zugesagt und in dieser Sache mit uns auch schon bei der obersten Baubehörde vorgesprochen.“ Zudem hofft Bad Kohlgrubs Rathaus-Chef auch auf den „Kurort-Bonus“, sollten mehrere Maßnahmen als gleich dringlich beurteilt werden.

Doch selbst bei einer Einstufung in die erste Dringlichkeitsstufe vermutet Tretter, dass bis zum Baubeginn weitere zehn Jahre ins Land ziehen könnten: „Es müssen noch Schallschutzgutachten erstellt, Grundstückskäufe getätigt, Grundstücke getauscht und weitere Planungen gemacht werden.“ Die Tatsache, dass sich verkehrstechnisch gerade in Murnau und Saulgrub sehr viel tue, stimme ihn jedoch hoffnungsvoll. Auch im Hinblick auf die Olympiabewerbung 2018 von München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee könnte es nämlich durchaus sein, dass die Maßnahme mit dem Ziel einer vernünftigen Verkehrsanbindung forciert werde, so Tretter.

Die Umgehungsstraße soll von Murnau kommend noch vor den ersten Häusern im Ortsbereich in einem Kreisverkehr nach rechts abgeleitet werden. Sie führt dann unter der Bahnlinie und unter der Steigrainer Straße durch und vorbei am Kohler-Hof Richtung Sportplatz. In einem Tunnel wird sie unter der Kehrerstraße Richtung Rochus-Kircherl durchgeleitet. Am Rande des Moorstiches – so, dass keine Trockenlegung von Nöten sein wird – führt sie in einem Bogen Richtung Bahnlinie und mündet schließlich wieder auf die Saulgruber Straße ein.

Ein Großteil der zwei Kilometer langen Ortsumfahrung wird nach Auskunft von Tretter in einer Art „Trog“ unterhalb des Geländeniveaus verlaufen. „Wir hatten zunächst wesentlich optimiertere Trassen ins Auge gefasst, bei der größere Streckenabschnitte untertunnelt werden sollten. Diese Varianten wären aber viel zu teuer gewesen so dass die Aussichten auf Erfolg gleich Null gewesen wären.“

Die nun für den bayerischen Ausbauplan für Staatsstraßen angemeldete Trasse ist zirka zwei Kilometer lang und wird insgesamt rund zehn Millionen Euro kosten. Die Bestrebung, die Umgehungsstraße nördlich der Bahnlinie zu bauen, wurde verworfen „weil wir Angst hatten, den Ort auf diese Weise zu zerschneiden“. Außerdem wäre das dann „keine wirkliche Umgehungsstraße“ sondern lediglich eine „Verlegung der Hauptverkehrsader“ gewesen. (fem)

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