Elektrosmog-Experte Hans Ulrich-Raithel prüft mögliche Standorte. foto: roy

Umstrittene Mobilfunkanlage: Gerichtsverhandlung droht

Uffing - Im Streit um die Mobilfunkanlage am Uffinger Bahnhof könnte ein Richter das letzte Wort haben. Noch ist keine endgültige Entscheidung gefallen, was mit der Antenne weiter passiert.

Die Aufregung war groß, als die Deutsche Funkturm GmbH im Frühjahr für die Telekom auf dem Uffinger Bahnhof eine Anlage installieren ließ. Dies geschah, obwohl der Gemeinderat am Abend zuvor mittels einer Veränderungssperre dem Projekt einen Riegel vorgeschoben hatte.

Das Landratsamt stoppte die Arbeiten. Daraufhin zog die GmbH vor Gericht und bekam in erster Instanz Recht. Die Gemeinde legte jedoch Beschwerde ein – und hatte Erfolg: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) stufte die Planungshoheit der Gemeinde in einem Beschluss höher ein als die Interessen des Bauherren und erklärte den Baustopp für rechtens.

„Das ist aber keine endgültige Entscheidung“, sagt Anwalt Frank Sommer, der die Gemeinde berät. Die Klage der Funkturm GmbH gegen den Baustopp sei nach wie vor offen. Möglicherweise wird der Fall am Verwaltungsgericht München verhandelt. Von einem Termin weiß der Anwalt noch nichts. Sommer zeigt sich insgesamt jedoch optimistisch: „Wir sind nach wie vor in einer guten Situation.“

Nach Angaben des Telekom-Sprechers Udo Harbers befinden sich die beiden bestehenden Anlagen, die auf dem Dach einer Firma im Gewerbegebiet montiert sind, noch in Betrieb. „Wir sind froh darum, sonst hätten unsere Kunden keinen Empfang.“ Dabei gebe es keine Frist – also kein Datum, an dem man die Anlage abbauen müsse. „Wir suchen derzeit nicht nach anderen Standorten in Uffing“, ergänzt Harbers.

Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München ist gerade dabei, mögliche Alternativ-Standorte zu prüfen. „Es gibt mehrere Varianten, die durchaus aussichtsreich sind.“ Details will er zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Nach Abschluss der Untersuchungen soll Ulrich-Raithel sein Gutachten im Gemeinderat vorstellen. Es gehe darum, einen „möglichst schonenden Standort“ zu finden, betont der Elektrosmog-Experte. Das Alternativ-Szenarium müsse „eine flächige Versorgung in guter Qualität“ bieten und zudem „ausreichende Kapazitätsreserven“ besitzen.

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