Neubau-Pläne: (v.li.) Vize-Geschäftsführer Karl-Heinz Kaufmann, die Vorstandsvorsitzenden Wilfried-Jürgen Ehrlich und Gerald Nicklas, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Volker Bühren, Geschäftsführer Dr. Peter Schmidt und Verwaltungsdirektor Erwin Kinateder sehen sich den Standort der neuen „Erweiterung Ost“ anhand eines Klinik-Modells an. Foto: jandretzki

Unfallklinik: Neues Bettenhaus für knapp 70 Millionen Euro

Murnau - An der Unfallklinik steht die nächste Großinvestition an. Die Einrichtung benötigt dringend zusätzlichen Platz, will höheren Patientenkomfort und noch mehr Qualität bieten.

Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau ist mit rund 1600 Beschäftigten größter Arbeitgeber im Landkreis, und im Bereich der Investitionen dürfte sie unter den heimischen Unternehmen ebenfalls klar in Front liegen. Nun befindet sich ein neues Großprojekt in der Planung, aktuell abgesegnet von der Mitgliederversammlung des Klinikträgers, dem Berufsgenossenschaftlichen Verein für Heilbehandlung Murnau. Geschätzte 68,6 Millionen Euro soll die neue „Erweiterung Ost“ kosten, erklärt der stellvertretende Vereins-Geschäftsführer Karl-Heinz Kaufmann. Läuft alles nach Plan, steht der Bau in der ersten Jahreshälfte 2012.

Die Zahl der UKM-Betten werde damit „um etwa 100 ansteigen“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Volker Bühren – von jetzt 451 auf 550. Hinzu kämen noch „jene im internistischen Bereich“: Die Kreisklinikums-Außenstelle Murnau wird auch mit ihrer zweiten Station vom alten Krankenhaus in die UKM ziehen. Im neuen Bau soll die Innere Medizin dann mit rund 80 Betten auf einer eigenen Ebene samt dazugehörigen Funktionsräumen untergebracht sein. „Auch ein Schlaflabor ist geplant“, erläutert Bühren. Die Kooperation gehe mit erhöhtem Platzbedarf einher, sagt Geschäftsführer Dr. Peter Schmidt. Die UKM selbst ist ebenfalls praktisch zu 100 Prozent belegt und benötigt weiteren Raum. Schmidt terminiert den frühestmöglichen Baubeginn auf die zweite Jahreshälfte 2009. Dann wird das neue Bettenhaus mit Verbindungsbau über vier Pflegeebenen und zwei Untergeschossen sowie einem neuen Hörsaal-Bereich errichtet, in dem ein Fort- und Weiterbildungszentrum entstehen soll; als Interimslösung während der Bauzeit stellt man Container auf. Zudem sind weitere Parkbereiche vorgesehen.

Der Ärztliche Direktor lässt keine Zweifel an der Notwendigkeit des Vorhabens. Schon jetzt, sagt Bühren, habe man Bereiche ausgegliedert und einen sichtbaren Mehrbedarf; es gebe Provisorien, die man beseitigen wolle. Aktuell sind beispielsweise Reha-Patienten in Appartementhäusern ausgelagert, und insbesondere in der Neurochirurgie entspreche die Unterbringung „derzeit nicht gültigem Klinikstandard. Das wird künftig anders sein.“ Zudem stelle sich die UKM im Zuge der Erweiterung auch bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten neu auf – mit dem Ziel, gemeinsam mit den Internisten eine zertifizierte Spezialeinrichtung („Stroke Unit“) anzubieten.

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