Honigbiene im Anflug
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Selten gewordener Zeitgenosse: Bienen sind in ihrem Bestand bedroht und gehören geschützt, fordern die Initiatoren des Volksbegehrens.

„Rathauslotsen“ sollen zum Unterschreiben locken

Volksbegehren „Rettet die Bienen!“: Initiatoren setzen auf Straßenwerbung

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Das bayernweite Artenschutz-Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ startet am Donnerstag. Bis 13. Februar können sich Unterstützer in die Listen eintragen. Im Landkreis braucht es mindestens 6500 Unterschriften. 

Landkreis Jetzt wird es ernst für das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. Zwei Wochen lang können sich ab Donnerstag im Freistaat Unterstützer für die Artenschutz-Initiative der ÖDP für ein neues Naturschutzgesetz in den Rathäusern eintragen – auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Das eigens im Dezember in Murnau aus der Taufe gehobene Aktionsbündnis steht Gewehr bei Fuß. Neben der ÖDP sind der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bund Naturschutz, Bündnis 90/Die Grünen, die Imker und Gartenbauvereine mit im Boot. Auch die Solidargemeinschaft Werdenfelser Land ist dabei. Sie alle haben in den vergangenen Wochen Hunderte von Plakaten aufgehängt, Tausende von Flugblättern und Eintragungskarten verteilt. Vieles läuft zwar über ehrenamtliches Engagement, dennoch fallen Kosten an. Auf rund 1000 Euro schätzt Bündnis-Pressesprecher Raphael Mankau von der Murnauer ÖDP die Ausgaben, die sich die Verbände, Parteien und Spender teilen.

Die 14-tägige Eintragungsfrist bis 13. Februar hat das Bayerische Innenministerium festgesetzt. Der Zeitplan traf nicht gerade auf Begeisterung. Hans Kohl, Kreissprecher der Grünen, hat bereits den Termin als „eine sehr ungünstige Jahreszeit“ kritisiert. Dennoch sind die Organisatoren optimistisch, dass sie das erforderliche Quorum von zehn Prozent der Wahlberechtigten für das Volksbegehren schaffen. Erst dann kommt es zum eigentlichen Volksentscheid. „Die bisherige Resonanz ist überwältigend“, teilt der in Garmisch-Partenkirchen sitzende LBV-Kreisgruppenchef Hans-Joachim Fünfstück mit. „Wir mussten bereits mehrfach Werbematerial nachbestellen.“ Aufmerksamkeit tut auch Not. Mindestens 6500 Unterschriften braucht es laut Pressesprecher Mankau bei rund 65 000 Wahlberechtigten im Landkreis. Grundsätzlich kann man sich im Rathaus seines Erstwohnsitzes zu den regulären Zeiten eintragen – dafür ist jedoch der Ausweis nötig. Daneben müssen die Verwaltungen an einem Wochenendtag und einem Wochentagabend ihre Türen öffnen. Während der zwei Wochen setzt das Aktionsbündnis deshalb auf Straßenwerbung: „Rathauslotsen“ sollen zum Unterschreiben in die Kommunalverwaltungen locken. Geplant sind diese erst mal in Murnau und Garmisch-Partenkirchen. Pressesprecher Mankau geht von rund 20 Aktiven aus. Die Ehrenamtlichen sind mit Plakaten und auffälligen Warnwesten ausgestattet. Doch zu nah dürfen die lebenden Litfaßsäulen den Rathäusern nicht kommen, es gilt die übliche Bannmeile für Wahlwerbung. Mankau: „Sie müssen einen kleinen Abstand halten.“

Das Aktionsbündnis setzt zum Start am Donnerstag zudem auf lokale Politikprominenz. Laut Mankau wollen gleich Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), ihr Murnauer Amtskollege Rolf Beuting (ÖDP) sowie dessen Parteifreund Rudolf Kühn (Riegsee) unterschreiben. In Mittenwald habe sich der Schauspieler Hermann Giefer angekündigt. Hinter dem Volksbegehren stünden auch die Murnauer Pfarrer, der Katholik Siegbert Schindele und der Protestant Andreas Fach.

Weitere Infos

gibt’s auf www.volksbegehen-ar tenvielfalt.de. Dort finden sich auch die jeweiligen Rathaus-Öffnungszeiten.

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