Stellen drei neue Werdenfelser Trachtler-Chefs vor: Die beiden Gauvorsitzenden Josef Mayr (l.) und Stephan Märkl (r.) im Rahmen der Frühjahrsversammlung der Trachtenvereinigung mit (ab 2. v.l.) Josef Wäspi vom Aidlinger Verein Alpenblick, Constantin Lutz von den Fahrnberglern Walchensee und Johann Probst, der an der Spitze der Loisachtaler aus Eschenlohe steht. foto: wk

Volksmusik-Aus schmerzt noch immer

Garmisch-Partenkirchen - Oberländer Trachtenvereinigung erneuert Kritik an der Verbannung aus dem Programm von Bayern 1. Murnauer richten zu ihrem Jubiläum das Gaufest 2018 aus.

Gauvorsitzender Josef Mayr hat bei der Frühjahrsversammlung der 8000 Mitglieder starken Oberländer Trachtenvereinigung den Zusammenhalt der Vereine und ihrer Führungen betont. „Zur Zeit sind ja sehr viele fremde Kulturen bei uns im Lande, aus welchem Grund auch immer“, sagte Mayr am Ende der Versammlung im Partenkirchner Gasthof Schatten. „Wir aber stehen weiter z’samm, liawe Vorständ’, auf dass ma unser’n Glauben, unsere Tracht und das Brauchtum für die nächsten Generationen weiter bewahren und erhalten können.“ Die Vereinigung, Dachorganisation der 31 Trachtenvereine zwischen Peißenberg und Mittenwald, Kochel und Garmisch-Partenkirchen, hat sich seit ihrer Gründung in Oberau 1946 den traditionellen Belangen der bayerischen Trachtler verschrieben, Brauchtum und Tracht, Glaube und Heimat zu verteidigen. Jedes Jahr treffen sich ihre Vereins-Delegationen im Frühling und Herbst an einem anderen Ort, um über Aktionen zu beraten, Termine für die Trachtenfeste zu vergeben und ganz allgemein die Lage zu besprechen.

Sie ist diesmal denkbar gut, frei von größeren Problemen - das zeigten die Ausführungen der Fachreferenten und der Jahreszwischenbericht von Gauschriftführer Klaus Fleischhacker (Oberau). Unter anderem weilten die Jugendleiter der Werdenfelser Trachtler auf Einladung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) für einen Informationsbesuch in Berlin, und Landtagsabgeordneter Harald Kühn (CSU) bat die Vorsitzenden ins Maximilianeum, also in die Münchner Regierungszentrale.

Sehr gut besucht und mit 70 Mitwirkenden bestens ausgestattet war das Gausingen in Krün, berichtete Gausängerwart Peter Egner, der sich anschließend jedoch bitterlich über die „Verbannung“ der Volksmusik aus dem Radioprogramm von Bayern 1 beklagte und all die Bemühungen schilderte, die von Verbänden und Abgeordneten unternommen wurden, dies zu verhindern: Die Volksmusik sei in ein digitales Ghetto abgedrängt worden, „und ich befürchte, dass man daran leider nichts mehr rütteln kann“.

Christian Ruf, zuständig für die „Historischen“, wies auf eine Tanzprobe am 28. April in Murnau hin und auf ein großes Treffen, das im Mai 2018 voraussichtlich in Bad Kohlgrub stattfindet. Jugendwart Franz Mangold warb kräftig für den Gaujugendtag am 31. Juli in Garmisch.

Überraschend schnell wurde schließlich ein wichtiger Termin vergeben: Das Gaufest 2018 findet aufgrund der Bewerbung des dortigen Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins in Murnau statt. Die Murnauer Trachtler, die 2018 ihr 125-jähriges Jubiläum feiern, waren die einzigen, die sich um diese Großveranstaltung bemühten, die in diesem Jahr in Partenkirchen und 2017 in Uffing vonstatten geht .

Wolfgang Bauer, Zweiter Bürgermeister der heuer gastgebenden Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, äußerte seine Freude über diese große Festivität, zu der sich tausende Trachtler unterm Wank einfinden werden. „Denn diese Veranstaltung ist mit Sicherheit wieder ein gesellschaftlicher Höhepunkt in unserem Ort und eine großer Werbefaktor für unsere Gäste.“ Und auch ganz allgemein hob er das Wirken der Trachtler hervor: „Es ist nämlich sehr viel Arbeit, das gute alte Brauchtum zu pflegen und an die jungen Leute der nächsten Generation weiterzugeben.“

wk

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