Tempo-Kontrolleure: (v. l.) Dieter Schermak und Hermann Baier sind von dem Geschwindigkeits-Messgerät überzeugt. Seit gestern hängt es gegenüber dem Klotz-Denkmal. Foto: tom

Vorbildlich: Keine Temposünder in der Tiefkarstraße

Mittenwald - Verblüffende Ergebnisse hat nun eine Geschwindigkeits-Messung in Mittenwald ergeben.

„Die Autos fahren bei uns viel zu schnell.“ Nicht nur einmal soll eine Anwohnerin an der Tiefkarstraße ihr Anliegen zum Teil vehement vorgetragen haben und forderte die Verantwortlichen im Mittenwalder Rathaus zum Handeln auf.

Und das taten sie dann auch. Von 22. Dezember bis 13. Januar brachte das Ordnungsamt in Absprache mit Verkehrsreferent Dieter Schermak (CSU) ein Tempo-Messgerät samt Aufzeichnungsmodul auf der vermeintlichen Rennstrecke an. Nach drei Wochen präsentierte Ordnungsamtschef Hermann Baier das mehr als überraschende Ergebnis. In besagter Zeit wurden in Fahrtrichtung Nord-Süd 23 309 Autos und Lkw registriert, das sind 1110 Fahrzeuge pro Tag oder 47 in der Stunde. So weit, so gut: Das eigentlich Verblüffende bei der Tiefkarstraßen-Analyse war, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit nur 38 Stundenkilometer betrug. „Zulässig sind auf dieser viel befahrenen, breiten und sehr übersichtlichen Straße 50 km/h“, erläutert Baier.

Der Protest der Mittenwalderin basierte – wie so oft in solchen Fällen – auf subjektiver Einschätzung. Für Baier steht fest: „Es wird nicht so schnell gefahren, wie von den Anwohnern behauptet wird.“ Das bestätigte im Übrigen auch eine Messung an der vergleichbaren Partenkirchner Straße.

Bestärkt durch die jüngsten Daten haben der Ordnungsamtschef und Schermak, der bekanntlich auch Polizist in der hiesigen Inspektion ist, das 2300 teure Tempo-Gerät am Donnerstag im Bereich Hoch- und Matthias-Klotz-Straße gegenüber dem Denkmal installiert. „ Das ist unser neuer Brennpunkt“, meint Baier. Denn dort und im dahinter liegenden Gries bis zur Kranzberg-Straße darf seit einem halben Jahr eigentlich nur Schritt-Geschwindigkeit (drei bis neun km/h) gefahren werden. Was in der Praxis scheinbar so gut wie keiner tut – schon gar nicht die Einheimischen.

Auch an der Pfarrkirche werden nun in Fahrtrichtung Hochstraße drei Wochen lang Aufkommen und Geschwindigkeit genau beobachtet. „Die Auswertungen werden dann in die weitere Vorgehensweise mit einbezogen“, verspricht Baier.

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