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Ganz Oberau zieht an einem Strang: Immer wieder demonstrierten die Bürger auf der B 2 und kämpften so für die Ortsumfahrung.

Vorzeitige Bescherung für Oberau

Oberau - Grünes Licht gab's nun vom Bundesverkehrsministerium für die Ortsumfahrung Oberau. Damit fließen die ersten neun Millionen, um die Ausschreibung und bauvorbereitende Maßnahmen zu starten.

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Für Peter Imminger ist’s ein „vorgezogenes Christkindl“, Josef Bobinger fehlen die Worte - vor Freude. „Ich bin völlig sprachlos.“ Dass das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag Grünes Licht für die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau der Oberauer Ortsumfahrung und die Ausschreibung des Projekts gegeben hat, begeistert den Bürgermeister wie auch den Vertreter der Initiative Verkehrsentlastung Oberau (VEO). „Damit hätte ich heuer gar nicht mehr gerechnet“, meint Imminger. Seit 40 Jahren kämpft sein Dorf für die Umfahrung, jetzt fließen die ersten neun Millionen Euro. „Das ist ein Durchbruch“, jubelt der CSU-Politiker.

Die frohe Botschaft hat ihm sein Parteifreund Alexander Dobrindt verkündet: „Ich halte dieses Entscheidung für einen bedeutenden Schritt“, betont der Bundestagsabgeordnete. „Diese Straße ist - unabhängig von Olympia - ein wichtiger Bestandteil der Nord-Süd-Verbindung und eine große Entlastung für die Oberauer.“ Dem kann sich Bobinger nur anschließen: „An Spitzentagen rollen rund 30 000 Fahrzeuge durchs Dorf und machen ein Überqueren der B 2 teilweise unmöglich. Für unsere Bürger ist das eine enorme Belastung.“

Die Notwendigkeit dieses 140-Millionen-Euro-Projekts sei auch in Berlin hinlänglich bekannt, versichert Dobrindt, der zudem CSU-Generalsekretär ist. Die Ausschreibung, die Anfang 2011 rausgehen soll, sei technisch stark optimiert, das heißt auf eine verkürzte Bauzeit ausgerichtet, um für den eventuellen Zuschlag für Olympische Winterspiele 2018 gerüstet zu sein. Aber auch ohne diese Großveranstaltung „weiß jeder, dass diese Straße erforderlich ist“, sagt der Abgeordnete. „Wir haben lange gekämpft und können jetzt erste Früchte ernten. Ich freue mich, dass wir einen großen Schritt weitergekommen sind.“

Für ihn und auch Imminger ist die vorweihnachtliche Nachricht aus der Bundeshauptstadt „ein Meilenstein“. Wenn die Vorbereitung der Baustelle und die Ausschreibung im kommenden Jahr über die Bühne gegangen sind, könne der erste Spatenstich 2012 erfolgen, glaubt der Bürgermeister. Eine schnellere Bauphase, die mit dem Olympia-Zuschlag eingeläutet würde, wäre zwar zu begrüßen, „aber entscheidend für mich ist, dass die Umfahrung überhaupt kommt“. Daran, davon sind er und auch Dobrindt überzeugt, sei nicht mehr zu rütteln. Dann, spekuliert Imminger, werde das Oberauer Vorhaben ähnlich wie der Kramertunnel abgewickelt. „Wäre die Klage vom Bund Naturschutz nicht gewesen, hätte die Garmischer Umfahrung bis zur Ski-WM fertig sein können, nachdem die Zeit jetzt nicht drängt, dauert es eben etwas länger.“

Tanja Brinkmann

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