Die Polizei ruft nie über die 110 an!

Diebe missbrauchen Notrufnummer 

Landkreis - Dreister Versuch, um sich Geld zu ergaunern: Betrüger melden sich via Telefon und versuchen im Gespräch, ihre Chancen auszuloten. 

 Das Telefon klingelt, die 110 steht im Display. Der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung erkundigt sich im professionellen Polizei-Jargon nach den finanziellen Verhältnissen. Am Ende des Gesprächs soll Erleichterung stehen – und das Opfer um Geld erleichtert werden.

Warnt die Bevölkerung: Andreas Guske.

Vor wenigen Monaten hatten schon einmal Täter diese Nummer missbraucht und durch Vortäuschen der 110 im Display versucht, Geld zu ergaunern. Nun ist es wieder so weit. Allein aus dem Raum Rosenheim wurden seit Dienstagmittag sieben Tatversuche gemeldet. „Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Noch ist aber kein Fall bekannt, bei dem es zu einer Geldübergabe gekommen ist“, sagt Polizeipressesprecher Andreas Guske..

Die Anrufe gleichen sich: Der Polizeibeamte teilt dem Anschlussinhaber mit, sein Name wäre auf einer von festgenommenen Einbrechern mitgeführten Liste aufgetaucht und auch dessen Kontonummer. „Wieviel Geld ist denn auf dem Konto“, fragt der Betrüger. „Sicherlich haben Sie ja nicht viel Bargeld im Haus.“ Wenn somit die finanziellen Verhältnisse abgecheckt sind, versucht der Täter, seine Chancen auszuloten: „Sie machen bitte niemandem auf, Sie wohnen ja allein im Haus . . .“ Die Gespräche enden abrupt, teilt das potenzielle Opfer einen Mitbewohner oder beispielsweise Untermieter mit.

Guske stellt klar, dass die 110 ein Notruf ist. „Es wird niemals passieren, dass die Polizei über die Nummer anruft. Die Beamten werden sich bei Rückfragen immer mit einer normalen Telefonnummer melden. Stehe die 110 auf dem Display, „dann handelt es sich um einen Betrugsversuch“.  

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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