Westtrasse: Längerer Tunnel kommt teurer

Murnau/Seehausen - Der Tunnel als Bestandteil der Murnauer Westtrasse soll möglichst lang werden. Dafür haben sich Murnauer und Seehauser Gemeinderäte in einer gemeinsamen Sitzung ausgesprochen.

Klar ist: je länger der Tunnel, desto teurer das Projekt. Möglicherweise gehen jedoch noch Jahrzehnte bis zur Verwirklichung der Westumgehung ins Land. Dennoch wollen die Verantwortlichen beider Orte heute schon die Voraussetzungen schaffen. Daher ist ein gemeinsamer Flächennutzungsplan anvisiert, denn beide Kommunen sind betroffen.

In der gemeinsamen Gemeinderatssitzung ging es unter anderem um den Tunnel, der nach aktueller Planung 845 Meter lang werden soll. Jakob Fischer (CSU/Seehausen) bat vor rund 70 Interessierten darum, die Röhre "so weit wie möglich" im Norden enden zu lassen. Auch Michael Manlik (SPD/Murnau) empfahl, eine Verlängerung des Tunnels zu planen. Denn die Ausfahrt im Norden wäre nicht weit von der Wohnbebauung entfernt. "Eine möglichst lange Tunnelführung ist eine Kostenfrage", betonte Murnaus Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU). Hier werde der Bund ­ - dieser muss das schätzungsweise 23,5 Millionen Euro teure Projekt umsetzen und finanzieren -­ das entscheidende Wort haben.

Rapps Seehauser Kollege Ulrich Willburger (CSU) sagte, die Regierung habe erklärt, dass der Tunnel bei Finanzknappheit kürzer ausfalle. Um die Röhre länger zu gestalten, sollten beide Gemeinden Rücklagen bilden.

Seehausen möchte später gerne westlich des Murnauer Gewerbegebiets Straßäcker Flächen für Betriebe schaffen. Diese sollen über Murnauer Flur erschlossen werden. "Ich sehe die Zusammenarbeit in einem Geben und Nehmen", machte Willburger deutlich. Rapp erklärte, dass es einen Ausgleich geben müsse, denn große Teile der geplanten Umfahrung liefen über die Flur der Nachbargemeinde.

Alternativen Trassen, etwa im Osten Murnaus, erteilte Rapp eine Absage. Diese Variante sei heute "nicht mehr aufzuwecken". Denn im Osten seien mittlerweile lauter FFH-Flächen ausgewiesen worden.

Franz Widmann (Freie Wähler/Seehausen) regte an, die Trasse "etwas nach Osten zu drücken". Michael Manlik konnte sich nach eigenen Worten nur schwer mit der jetzigen Lösung anfreunden. "Denn es ist ein Riesen-Landschaftsverbrauch." Allerdings sei diese Variante für die Bevölkerung beider Orte die Beste.

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