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Der enorme Flächenverbrauch, hier ein Teil der Grundstücke, auf denen Parkplätze entstehen sollen, schreckt viele Garmisch-Partenkirchner ab.

Widerstand gegen Olympia 2018 wächst

Garmisch-Partenkirchen - Kritiker der Bewerbung für die Winterspiele starten in der kommenden Woche eine Unterschriften-Aktion. Parallel dazu laufen die Verhandlungen mit den Grundstücks-Eigentümern.

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Oberammergau hat’s vorgemacht und verhindert, dass im Fall eines Zuschlags für Olympische Winterspiele 2018 Langlauf- und Biathlon-Wettbewerbe auf der Romanshöhe stattfinden (wir berichteten). Ab kommender Woche liegen auch in Garmisch-Partenkirchen Unterschriftenlisten aus. Hintergrund der Aktion: „Wir wollen herausfinden, wie die Bürger zu der Bewerbung stehen, den Landwirten Rückhalt geben und zeigen, dass sich andere die gleichen Sorgen machen“, erklärt Ludwig Hartmann, Landtagsabgeordneter der Grünen und Mitbegründer des Bündnisses NOlympia 2018. „Es ist wichtig, sie nicht allein an vorderster Front stehen zu lassen.“

Mit den 78 Grundstücks-Eigentümern, denen für das Konzept wichtige Flächen etwa im Bereich Skistadion oder hinter dem Alpspitz-Wellenbad gehören, laufen derzeit die Verhandlungen. Internes Ziel der Gemeinde ist es, die Verträge Ende August in trockenen Tüchern zu haben. Tatsächlich müssten sie allerdings erst bis Ende Januar 2011 stehen, wenn das Bid-Book, sprich die kompletten Bewerbungsunterlagen, beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorliegen muss. Um eine gewisse Planungssicherheit zu haben, laufen die Gespräche schon jetzt: „Einige Unterschriften haben wir schon, andere haben angekündigt, dass sie nicht dabei sind“, sagt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. „Bunt gemischt“ sei das Meinungsbild der Betroffenen, die für die 1A-Lösung gebraucht werden. Sollte mit den Eigentümern keine Lösung erzielt werden, „bringt das die Geschichte nicht zum Scheitern“. Die Alternative sei, auf gemeindeeigene Flächen zurückzugreifen und mehr in die Höhe zu bauen.

Ein Szenario, das durchaus eintreten könnte, meint Ignaz Streitel. Der langjährige frühere Vorsitzende der Weidegenossenschaft Garmisch zählt zwar nicht zum Kreis der Betroffenen, steht aber mit etlichen von ihnen in Kontakt: „Der Großteil ist nicht dafür. Der Vertragsentwurf ist so schwammig, da kann man gar nicht sofort unterschreiben.“ Nachdem die Bürger nur peu à peu mit Informationen gefüttert werden, vermutet er, „dass das Vertrauen in die Aussagen von Politik und Bewerbungs-Gesellschaft zerstört ist. Die halten die Leute doch für blöd.“ Deshalb steht für ihn schon fest, dass auch er sich für die Unterschriften-Aktion engagiert. „Schließlich geht’s um unsere Heimat.“ (tab)

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