„Wir schaffen das!“

Garmisch-Partenkirchen - Trotz großer Schneenot wollen die Organisatoren das 47. Hornschlittenrennen durchziehen.

von wolfgang Kaiser

Garmisch-Partenkirchen - Bis zum Samstag waren Peter Strodl und seine vielen Helfer noch unsicher, doch seit gestern steht für den Chef des Partenkirchner Hornschlittenvereins fest: „Unser Rennen am Dreikönigstag findet definitiv statt. Mit allen unseren Kräften und mit Hilfe der Gemeinde karren wir am Montag sämtlichen verfügbaren Schnee zusammen und tragen ihn auf. Am Tag vor dem Rennen am Dienstag wird er dann mit Salz gehärtet, das haut schon hin: Wir schaffen das!“ Denn schließlich gilt für die Veranstalter auch beim 47. Rennen am kommenden Mittwoch um 12.30 Uhr: „Unsere Veranstaltung ist noch nie ausgefallen“, sagt Strodl, „selbst in noch so schneelosen Wintern. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass zudem auch die Kälte gefehlt hat“.

Jedenfalls bekommen die Veranstalter aus dem Eisstadion noch etwas Schnee, auch aus dem Skistadion, doch wie weit hinauf auf der Partnachalm-Piste das weiße Gold reichen wird, das konnte Strodl gestern noch nicht sagen: „Mindestens bis hinauf zum Rasseneck oder auch zum Eriestich, was dann halt eine Verkürzung der Strecke von 1000 auf 800 Metern bedeuten würde. Doch es kann gefahren werden“. Bis zum heutigen Montag um 16 Uhr läuft im übrigen auch die Anmeldefrist fürs Rennen. Heute um 19 Uhr findet dann im Gasthof Schatten auch ganz programmgemäß die Auslosungsparty statt, bei der die „Stadion-Musi“ fürs Unterhaltungsprogramm sorgt.

Auch sonst sind die Veranstalter bestens vorbereitet: Die Banden entlang der Strecke, die ja eigentlich ein Bergstrasserl namens „Hoher Weg“ zwischen Wildenauer Straße und Partnachalm ist, wurden in den vergangenen Monaten weiter perfektioniert, für die Kameras, die die Videowand im Zielraum mit Bildern von der Piste versorgen, wurde ein neues Glasfaserkabel verlegt. Zahlreiche Teilnehmer bis aus dem Ruhrpott und Thüringen sind bereits angereist - auch wenn auf der Strecke natürlich striktes Trainingsverbot verhängt wurde. Wo auch trainieren, wenn bislang kein Bröserl des kostbaren Schnees lag?

Wie auch immer: Aus der von einem Partenkirchner Stammtisch anno 1970 erfundenen Schnapsidee namens Hornschlittenrennen ist längst ein heimischer Wintersport-Klassiker geworden, der für viele Teilnehmer nicht mehr nur Gaudi, sondern knallharter Sport ist: Sie kämpfen um Hundertstelsekunden, Streckenrekorde und in erster Linie um den Titel Bayerischer Meister. Diesen gibt’s bekanntlich im Doppelpack für Frauen und Männer, wobei man natürlich den Frauen, auch wenn sie nur zehn Prozent der Kufenflitzer stellen, den ersten Lauf zugesteht. Der Streckenrekord liegt übrigens bei 1.25,67 Minuten, aufgestellt 2004 von den „Vogelfreien“ aus Gaißach. Sieger wurden im vergangenen Jahr bei den Damen „Die Vögelfreunde - Herz ist Trumpf“ aus Schlehdorf mit 1.44,89 Minuten, bei den Männern das Team „Volkssport Trusetal“ aus dem Thüringer Trusetal-Brotterode mit 1.28,53 Minuten vor den Garmischer „Feirigen“, die auf 1.30,65 kamen.

Trotz der Schneenöte findet auch heuer in den Rennpausen im Zielraum ein lustiges Event für jedermann statt: Ein Zipfelbob-Wettbewerb für jung und alt mit attraktiven Preisen. Am Ende ist wie immer um 16 Uhr im Zielraum die Preisvergabe für die drei Schnellsten. Um 19 Uhr findet schließlich traditionsgemäß in der Bayernhalle die Siegerehrung mit Ball statt, die von der Band „Dreisam“ umrahmt wird.

wk

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