"Wir sind in Ampelhausen"

Murnau - Welf Probst (Freie Wähler Murnau) übt Kritik an der Verkehrssituation auf der neuen Umgehungs-Trasse. Von Grüner Welle keine Spur, meint der Gemeinderat.

„Mehrmals täglich“ benutzt der Handwerksmeister Probst die neue Trasse, die im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs Kohlgruber Straße entstanden ist. Erst jetzt habe er morgens wieder sieben Minuten benötigt, um vom Tengelmann-Center im Süden zum Mercedes-Autohaus an der Weilheimer Straße im Norden zu gelangen.

Von wegen versprochene Grüne Welle, meint Probst: „Ich stand an jeder Ampel.“ Es müsse möglich sein, die Anlagen zu koppeln. Derzeit sei das System „unausgegoren“ und verleite Autofahrer dazu, auf Nebenstraßen und ins Zentrum auszuweichen. „Der Fluss muss verbessert werden“, fordert der Gemeinderat. „Wir sind hier ja in Ampelhausen. Am besten läuft’s noch, wenn eine Anlage ausfällt.“ Das für die Strecke zuständige Staatliche Bauamt Weilheim sieht er als Lichtanlagen-Verfechter. „Wir müssen aber wenigstens eine grüne Phase hinbringen.“

Das scheint nicht einfach: „Es gibt de facto eine Grüne Welle“, betont Stefan Vogt vom Staatlichen Bauamt. Diese, davon gehe er aus, funktioniere in der Nebenzeit. Ist auf der Strecke eine Menge los, komme es indes zu Störungen - etwa wenn Autos ab- und einbiegen oder ein langsamer Traktor unterwegs ist. „Dann haut die Sache nicht mehr hin“, sagt Vogt.

In Weilheim traten ähnliche Schwierigkeiten auf. Dort verabschiedete man sich von einer Grünen Welle, lässt Lichtanlagen verkehrsabhängig und isoliert arbeiten, um „möglichst viele Autos durchzuschaufeln“, sagt Vogt. Zwei Anlagen (an der Amtsgerichtskreuzung sowie an der Ammerbrücke) wurden technisch aufgerüstet und unter anderem mit Kameras ausgestattet. Dies habe sich „an beiden Stellen bewährt“ - und wäre auch für Murnau denkbar, zumindest theoretisch.

Denn: Werden Ampeln aufgemotzt, geht das mächtig ins Geld. 20 000 bis 25 000 Euro pro Anlage können nach Angaben Vogts fällig werden. Dabei herrscht Ebbe in den betroffenen Kassen (die Hauptlast trügen Bund/Staat). „Ich sehe heuer und für 2011 keine Haushaltsmittel“, betont der Bauamts-Vertreter. „Ich würde gerne mehr tun - aber das Optimum ist oft nicht drin.“ Zumal er empfiehlt, konsequenterweise alle Ampeln eines Straßenzugs aufzurüsten; ansonsten würde sich der Stau nur an eine andere Stelle verschieben.

In Murnau hat eine Spezialfirma im vergangenen Herbst nach der Öffnung der Bahnübergangs-Spange versucht, die Ampelzeiten durch den Ort zu optimieren. „Im Allgemeinen“ gebe es im Bezug auf die Übergangs-Beseitigung ein „durchweg positives Echo“, sagt Fritz Egold, Mitarbeiter des Gemeinde-Bauamts. „Es werden sicherlich an ein paar Stellen noch Nachbesserungen erforderlich werden.“ Außer Welf Probst habe „bisher niemand Beschwerden an das Bauamt herangetragen“, was eine fehlende Grüne Welle angeht.

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