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Zähes Ringen um Flächen fürs Snow-Village

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Umstritten: Ein Teil der Grundbesitzer will seine Flächen nicht fürs Snow-Village hergeben. © Fellner

Garmisch-Partenkirchen - Das Ringen um die Grundstücke, auf denen das Olympische Dorf entstehen soll, geht in die nächste Runde. Die Betroffenen lassen sich nun von einem Anwalt vertreten.

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Ende August, so die ehrgeizige Vorgabe, soll der Konsens mit den Grundbesitzern stehen. „Das ist unser Ziel“, bestätigt ein Sprecher der Bayerischen Staatskanzlei. Zum Stand der Verhandlungen will er sich genau wie Vertreter der Marktgemeinde und der Bewerbungsgesellschaft München 2018 nicht äußern. Eine Einigung sei bislang allerdings nicht in Sicht, verrät Josef Glatz, Sprecher der Interessengemeinschaft aus neun Verbänden, die die Eigentümer der Flächen unterstützt. „So, wie’s am Mittwoch ausgeschaut hat, sind nur sehr wenige Grundbesitzer dabei. Und darauf wird die neue Planung jetzt ausgerichtet.“ Ob die Betroffenen eine der beiden Varianten - entweder rund ums Eisstadion oder auf dem Golfplatz in Burgrain - mittragen können, steht wohl erst in zwei Wochen fest: „Es wird fleißig an einer Lösung gearbeitet, noch ist aber nichts fertig, und die Grundbesitzer werden immer vertröstet“, bedauert Glatz.

Dass die Zeit drängt, will von Seiten der Bewerbungsgesellschaft niemand bestätigen. Das Bid Book, das die konkreten Standorte der Athleten-Unterkünfte, des Medienzentrums, der Sportstätten und der Parkplätze beinhaltet, muss dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) schließlich erst im Januar 2011 vorgelegt werden. Für Glatz steht allerdings fest, dass die Vertreter der Bewerbung unter ziemlichem Zugzwang stehen - für ihn ein hausgemachtes Problem: „Den Druck haben sie sich selber aufgebaut, ich warne seit langem, dass nicht alle mitmachen, aber das wurde nicht ernst genommen.“

Dem Vernehmen nach haben sich die Betroffenen, die ihre Flächen keinesfalls für die Winterspiele zur Verfügung stellen wollen, sogar einen Anwalt genommen. Dieser solle zum einen ihre Interessen vertreten und zum anderen der Marktgemeinde klar machen, dass weitere Gespräche aussichtslos sind, heißt es aus Insider-Kreisen. Angeblich vertritt Ludwig Seitz von der Münchner Kanzlei Labbé & Partner die Eigentümer. Gestern war der Experte für Grundstücksrecht allerdings nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Davon, dass der Kontakt beendet wird, ist von Seiten der Bewerbungsgesellschaft, der Gemeinde und der Bayerischen Staatskanzlei nichts zu hören. Ihnen zufolge „laufen die Verhandlungen“. Zum aktuellen Stand der Gespräche will sich jedoch niemand äußern. Das Thema beschäftige Kollegen in mehreren Abteilungen, erklärt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Positiv wertet er, dass nicht nur Markt- und frühere Bahnflächen überplant werden. „Uns liegen auch schon unterschriebene Verträge vor.“ Mit denen, die bislang unschlüssig oder völlig gegen ein Abtreten ihrer Flächen waren, bestehe weiterhin persönlicher Kontakt, versichert eine Vertreterin der Bewerbungsgesellschaft. „Den wollen wir auch aufrechthalten.“

Ehe weitergeredet wird, müsse erst einmal die Lösung fürs Snow-Village stehen, untermauert Glatz. Dann könne über weitere Grundstücke gesprochen werden. Von denen noch etliche benötigt werden - fürs Medienzentrum, die Sportstätten und Parkplätze.

Tanja Brinkmann

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