Wer zur Glentleiten oder zur Kreut-Alm will, muss erst durch den halben Ort und am Schulhaus in die Kreutstraße einbiegen. Foto: herpen

Ziel: Ortskern entlasten

Großweil - Großweils Kommunalpolitiker wollen den Ortskern verkehrsberuhigen. Abhilfe könnte eine separate Zufahrt zum Freilichtmuseum Glentleiten bieten.

In Großweil soll heuer das Thema Verkehrsentlastung erneut angepackt werden – nachdem vergangenes Jahr die Einwohner des Dorfes bei einem Bürgerentscheid einer Umgehungsstraße eine Absage erteilt hatten. Im Gespräch ist eine schon öfters angedachte Alternative, die das Fahrzeug-Aufkommen im Ortskern ebenfalls merklich reduzieren könnte: eine separate Zufahrt am südwestlichen Ortseingang zur Kreutstraße, die zu den beliebten Ausflugszielen Freilichtmuseum Glentleiten und Kreut-Alm führt. „Das wäre eine sinnvolle Lösung“, sagt Bürgermeister Manfred Sporer (CSU). Besucher der beiden Einrichtungen könnten dann bereits am Ortseingang abzweigen. Das Gemeinde-Oberhaupt ist optimistisch: Wenn alles glatt läuft, könnte die Umsetzung des Straßenprojekt vielleicht sogar noch heuer angegangen werden. Zuerst müsse aber die Angelegenheit im Gemeinderat ausführlich besprochen und beschlossen werden. „Ich gehe davon aus, dass dieser die Zufahrt will“, so Sporer.

Die Großweiler kennen das Problem: Gerade an den Tagen, an denen auf der Glentleiten oder der Kreut-Alm Großveranstaltungen stattfinden, ist das Verkehrsaufkommen im Dorf gewaltig. Die Folgen: Lärm, Schmutz und Abgase. Der Besucherstrom, der zu einem Großteil von der Autobahn kommt, muss durch die halbe Gemeinde und am Schulhaus vorbei, um auf die Kreutstraße zu gelangen. Da kann es schon vorkommen, dass Feuerwehr und Polizei eingreifen müssen, um die Blechlawine zu steuern. An gut besuchten Aktionstagen dürfte es sich um mehrere tausend Fahrzeuge handeln.

Genaue Pläne für die Zufahrt gibt es noch nicht. Sporer schätzt, dass der Abschnitt, der von der Staatsstraße 2062 zu der besagten Fahrbahn Richtung Glentleiten führen würde, etwa 250 bis 300 Meter lang wäre. Es dürfte sich um eine Ortsstraße handeln und müsste demzufolge von der Kommune finanziert werden. Hierfür seien auch Grundstücksverhandlungen notwendig. „Eventuell gibt es Fördermittel“, erklärt Sporer, der noch keine Kostenschätzung abgeben will.

Politische Unterstützung von den anderen Fraktionen im Gemeinderat scheint der Rathaus-Chef zu bekommen. Laut Frank Bauer (Unabhängige Wähler) besteht Handlungsbedarf. „Das Verkehrsaufkommen hat in den letzten Jahren zugenommen“, beklagt er. Gerade der Bereich am Schulhaus sei ein „gefährliches Eck“. Er schlägt für die Abzweigung zur Glentleiten einen Kreisverkehr am Torbogen des Ortseingangs vor. An den Kosten des Vorhabens könnte sich auch der Bezirk als Träger des Freilichtmseums beteiligen.

„Es muss was passieren“, meint auch Zweiter Bürgermeister Jakob Waas (Freie Wähler), der nicht glücklich darüber ist, dass die Umgehungsstraße beim Bürgerentscheid durchfiel. Eine Verkehrsentlastung sei in Großweil „unbedingt notwendig“. Die Zufahrt zur Glentleiten ist seiner Meinung nach die „zweitbeste Lösung“. Diese müsse man jetzt in Angriff nehmen. (as)

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