Neuer Lift: Die Achter-Sesselbahn (rot) soll die bestehenden Wetterwandeck-Schlepper ersetzen. Grafik: Schwer

Zugspitze: Neuer Achtersessel geplant

Garmisch-Partenkirchen - Die Pläne der BZB für eine neue Liftanlage auf der Zugspitze werden konkreter. In dem Skigebiet soll eine Achter-Sesselbahn entstehen - die erste dieser Art in Deutschland.

Im April hatte das Garmisch-Partenkirchner Bergbahn-Unternehmen bereits den Antrag auf Bau- und Betriebsgenehmigung für einen neuen Sessellift auf Deutschlands höchsten Berg beim zuständigen Landratsamt eingereicht. Nun wurden weitere Details bekannt. Demnach ist eine kuppelbare Achter-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben geplant. Es wäre die erste dieser Art in einem deutschen Skigebiet. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens beschäftigt sich heute der Bauausschuss der Marktgemeinde mit dem Vorhaben als einer von mehreren sogenannter Träger öffentlicher Belange.

Mit Widerstand ist nicht zu rechnen. Zumal Bürgermeister Thomas Schmid Aufsichtsratsvorsitzender der BZB und die Kommune über die Gemeindewerke eng mit dem Unternehmen verbandelt ist. Auch von Seiten des Umweltschutz ist ein Nein zu den Plänen kaum zu erwarten, da es sich nicht um einen Neubau handelt, sondern einen Ersatz für die bestehenden Wetterwandeck-Schlepplifte. Diese werden komplett abgebaut. „Die Zugspitze muss man anders betrachten, als andere sensible Gebiete“, sagt Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. Er hat die Unterlagen zwar noch nicht studiert, hält es aber für „durchaus möglich“, dass sein Verband dem Vorhaben zustimmt.

Davon geht auch Peter Theimer, kaufmännischer Vorstand der BZB, aus. „Wir sind zuversichtlich“, sagt er. In Betrieb gehen soll der Achter-Sessellift jedoch wohl frühestens im Winter 2012/2013. Ein Baubeginn bereits in diesem oder kommenden Sommer sei „nicht realistisch“. Zum einen, weil das langwierige Genehmigungsverfahren schwer einzuschätzen ist, zum anderen weil es noch keine konkreten Planungen oder geologische Untersuchungen des Untergrunds gibt. Laut Theimer geht es der BZB im ersten Schritt um eine generelle Betrieberlaubnis, um anschließend das Projekt weiter voranzutreiben. Das Investitionsvolumen schätzt er ähnlich dem des Kandahar-Express im Classic-Gebiet ein. Der Vierer-Sessellift, der im vergangenen Winter eingeweiht wurde, hatte rund acht Millionen Euro gekostet.

Die Talstation der neuen Anlage soll nahe der des Sonnenkar-Sechsersessels im Weißen Tal positioniert werden. Von dort werden rund 3000 Personen pro Stunde bis etwa zur noch bestehenden Bergstation Wetterwandeck befördert. Die beiden Schlepper schaffen derzeit 2400 Menschen, wobei zuletzt immer nur einer in Betrieb war. (lxs)

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