Traditionsreiches Eis: Auf dem Riessersee fanden früher zahlreiche Spiele statt. Silvester 1932 gewann der SCR 4:2 gegen die Edmonton Luperiors aus Kanada (Foto). Vier Jahre später wurden sogar Olympia-Wettbewerbe ausgetragen. foto: fkn

Zurück in die Natur - Eishockeyturnier auf dem Riessersee

Garmisch-Partenkirchen - Am 5. und 6. Februar findet auf dem Riessersee der 1. Pond Hockey Cup Deutschlands statt. Promis, Profis und Amateure können dann dem Puck unter freiem Himmel nachjagen.

Eine bessere Spielstätte kann es nicht geben, keine traditionellere, keine schönere. Davon ist Franz Reindl überzeugt. „Der gute, alte Riessersee ist eine perfekte Wahl für den Cup“, sagt der ehemalige Eishockeyspieler und heutige Sportdirektor des Deutschen Eishockeybundes (DEB). „Ich freue mich wahnsinnig drauf.“ Am 5. und 6. Februar werden auf der Fläche, auf der einst 1936 die Olympischen Eishockey-Wettbewerbe stattfanden, wieder die Schläger gekreuzt. Der DEB und das Medienunternehmen Sport 1 veranstalten gemeinsam den 1. Pond Hockey Cup Deutschlands.

Pond Hockey - das ist Eishockey auf dem See. „Es ist die traditionelle, die ursprüngliche Form des Sports“, erklärt der Garmisch-Partenkirchner. Gespielt wird auf ganz flache Tore. Jedes Team besteht aus vier bis sechs Männern und Frauen, angetreten wird im Modus vier gegen vier. Einen Torhüter gibt es nicht, ebenso sind Schlagschüsse und Checks verboten. Das dürfte für die Eishockeyspieler des SC Riessersee ungewohnt werden, die ebenfalls eine Mannschaft stellen werden. „Es wollen alle gern dabei sein“, weiß Manager Ralph Bader. „Deshalb werden wir im Training kleine Spiele machen. Nur die Besten starten für den SCR. Wir wollen gewinnen.“ Der Verein nimmt das Turnier ernst. „Es wird im Fernsehen übertragen. Bessere Werbung für uns und für die Gemeinde kann es nicht geben.“

Das Team wird dann bei den Profis an den Start gehen. Das ist die Kategorie für jene, die schon einmal in einer Liga dem Puck nachjagten. Außerdem können sich Freizeitteams bei den Amateuren melden. Die Veranstalter hoffen auch auf einige Vertreter, die in der dritten Gruppe, den Prominenten, starten.

Namhafte ehemalige Eishockeyspieler und DEB-Verantwortliche haben sich bereits angekündigt. So treten Bundestrainer Uwe Krupp sowie seine Co-Trainer Ernst Höfner und Klaus Merk auf dem Riessersee an. Und auch vom Nationalteam, das 1976 die Olympische Bronzemedaille gewann, wollen alte Hasen noch einmal die Schlittschuhe schnüren. Hier werden unter anderem Alois Schloder und Erich Kühnhackl kommen - und natürlich Franz Reindl. Der hat schließlich das Schlittschuhlaufen und Hockeyspielen auf der natürlichen Eisfläche gelernt. „Als Bub stand ich ständig, bis es dunkel wurde, auf dem Riessersee. Ich freue mich, die alte Tradition des Sports wiederzubeleben.“

Natürlich muss das Eis dick genug sein, um die Sportler tragen zu können. Sollte das nicht klappen, so wird der Pond Cup auf die Außenfläche am Olympiaeisstadion verlegt. „Stattfinden wird er also auf jeden Fall“, versichert Carina Bitzer, Pressesprecherin des Eishockey-Bundes. Sie hofft darauf, noch einige Teilnehmer zu finden. Bisher sind nur knapp über zehn Teams dabei. Die Anmeldefrist - die eventuell noch verlängert wird - läuft vorerst bis zum 14. Januar. Informationen und Teilnahmebedingungen unter www.pondhockeycup.de. (kma)

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