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Zusätzliches Geld als einzige Chance

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Ernste Mienen beim Treffen von Minister Peter Ramsauer (2.v.l.) mit (v.l.) Landrat Harald Kühn, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, IHK-Vertreter Gerhard Lutz und Gemeindetag-Kreischef Thomas Schwarzenberger.  foto: fkn
Ernste Mienen beim Treffen von Minister Peter Ramsauer (2.v.l.) mit (v.l.) Landrat Harald Kühn, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, IHK-Vertreter Gerhard Lutz und Gemeindetag-Kreischef Thomas Schwarzenberger. foto: fkn

Landkreis - Nach einem Treffen mit Verkehrsminister Peter Ramsauer: Gute Nachrichten für Kramertunnel-Projekt, eher schlechte für Saulgrub und Oberau.

Knapp einen Monat ist es her, dass Peter Ramsauer (CSU) Hoffnungen zerstört hat. Damals erklärte der Bundesverkehrsminister, dass sein Budget im Straßenbau nicht einmal dafür reiche, bereits angefangene Projekte zügig weiterzubauen. An neue Vorhaben sei bis 2016 gar nicht erst zu denken. Eine bittere Pille für die Bürger in der Region, die seit Jahrzehnten auf dringend notwendige Ortsumfahrungen warten. Bei einem Treffen mit Landkreis-Vertretern in München hat Ramsauer diese Linie bestätigt. Zugleich gab es eine positive Aussage zum Kramertunnel: Der Erkundungsstollen soll nun doch direkt fertig gestellt werden. Vorausgesetzt, dass ein geeignetes Verfahren gefunden wird.

Diese Nachricht überrascht. Denn seit knapp einem Jahr hieß es von Seiten des Staatlichen Bauamts in Weilheim, dass es vorerst keinen Durchbruch geben wird. „Ich muss jetzt nicht den gesamten Stollen auffahren“, sagte Behörden-Chef Günther Grafwallner im Oktober 2011 - angesichts der lockeren und gefährlichen Geröllschicht, auf die die Bergarbeiter gestoßen sind, sowie des darüber stehenden Wasserspiegels. Derzeit werden die Baustellen an den Portalen abgebaut. Die Arbeiten am Erkundungsstollen sollten erst weitergehen, so wurde es kommuniziert, wenn das Geld für den Haupttunnel freigegeben ist. Seit dem Treffen mit Ramsauer klingt das anders: Wird ein geeignetes Verfahren gefunden, erklären die Teilnehmer, kann wieder gebohrt werden.

„Das Geld steht weiter zur Verfügung“, betont Landrat Harald Kühn (CSU). „Das ist sehr positiv für uns.“ Im ersten Halbjahr 2013 will das Bauamt seinen Worten nach die Untersuchungsergebnisse vorlegen. Problematisch wird der Prozess aber, wenn für den Durchstich ein komplett neues Planfeststellungsverfahren nötig ist. Dann, sagt Gerhard Lutz sehr offen, „können wir das vergessen“. Der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat monatelang auf den Termin bei Ramsauer warten müssen. Und das, obwohl er wichtige Unterlagen übergeben wollte: die Resolution der IHK-Mitglieder zur Verkehrssituation im Landkreis. Ergänzt wurde diese durch ein Papier, das Thomas Schwarzenberger als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetags dabei hatte: den Schulterschluss aller Gemeinden und des Landkreises bei der Forderung nach einer Lösung der Verkehrsprobleme. Diese liegt auch Alexander Dobrindt, Bundestagsstimmkreis-Abgeordneter und CSU-Generalsekretär, schon lange am Herzen. Gemeinsam haben die Männer Ramsauer mit Nachdruck auf die Probleme im Landkreis aufmerksam gemacht. „Er hat schon mitgenommen, dass wir nicht aufhören zu kämpfen“, sagt Schwarzenberger. Zugleich sei aber auch sehr deutlich geworden, dass dem Minister mit seinem derzeitigen Budget die Hände gebunden sind.

„Für Oberau und Saulgrub sind die Aussichten eher schlecht“, sagt Schwarzenberger. „Der Minister hat uns deutlich gemacht: Wenn er nicht weitere Mittel erhält, dann haben wir in den nächsten Jahren keine Chance“, ergänzt Lutz. Deutliche Worte, die Dobrindt so lieber nicht hören will. Schließlich sei offen, ob die Haushaltsmittel nicht schon bald aufgestockt werden können. Dafür will er sich aktiv einsetzen. „Ich werde nicht lockerlassen“, gibt sich der Peißenberger kämpferisch. Am Ball bleiben will auch Lutz: „Wir werden den Finger immer wieder in die Wunde legen.“ Vor allem im Bundestagswahlkampf 2013.

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