Zwangsversteigerung: Geht Seidl-Villa an ausländischen Investor?

Murnau - Offenbar verbirgt sich hinter dem Gebot, das die "Blaues Land 1914 GmbH" bei der Zwangsversteigerung der Murnauer Seidl-Villa Oberried 1 abgab, ein ausländischer Investor.

Falls die Firma den Zuschlag bekäme, genösse der bisherige Eigentümer, ein älterer Kunstsammler, Kündigungsschutz, erklärte dessen Anwalt.

Die Villa wurde vor einer Woche zwangsversteigert. Dabei bot die "Blaues Land GmbH" mit Sitz in Bad Heilbrunn rund 1,42 Millionen Euro. Allerdings wurde ein neuer Termin für Ende Februar anberaumt. Das Weilheimer Gericht muss bis dahin entscheiden, ob der Zuschlag verweigert beziehungsweise ausgesetzt wird oder ob der Bieter zum Zug kommt. Denn der Anwalt des Eigentümers hatte mit Verweis auf Alter, Krankheit und Verdienste seines Mandanten Vollstreckungsschutz beantragt. Der Eigentümer, ein älterer Kunstsammler, lebt mit seiner Frau seit 40 Jahren in dem denkmalgeschützten Anwesen. Käme es zur Zwangsvollstreckung, wäre dies nach Auffassung des Juristen eine "unzumutbare Härte", die "mit den guten Sitten nicht vereinbar ist".

GmbH-Geschäftsführer Philipp Nieland erklärte zu den Hintergründen des geplanten Immobiliengeschäfts nur soviel: "Es steht ein ausländischer Investor dahinter, der sich speziell für dieses Objekt interessiert hat." Für nähere Details müsse man die Entscheidung des Gerichts abwarten. Die GmbH befasst sich laut Nieland mit der Vermarktung und dem Erwerb von Grundstücken und Immobilien.

Der Rechtsanwalt des Kunstsammlers möchte in Gesprächen mit dem potentiellen Käufer "alles dran setzen, dass der bisherige Eigentümer bis zum Lebensende in der Villa bleiben kann". Dies sei "oberstes Ziel". Wenn die GmbH den Zuschlag bekäme, griffe ein Sonderkündigungsrecht, erläuterte er. Der Kunstsammler genösse Schutz für ein Jahr. Der neue Eigentümer könnte anschließend theoretisch eine Räumungsklage anstrengen.

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