Angelika Niebler tut die Situation „in der Seele weh“. Foto: Archiv

Zwei Lager bei der Frauenunion

Garmisch-Partenkirchen - Die Querelen bei der Frauenunion Garmisch-Partenkirchen bedauert auch Bezirks-Vorsitzende Angelika Niebler. Falls gewünscht, steht sie als Vermittlerin bereit.

Der Stein kam dadurch ins Rollen, dass die CSU Thomas Schmid für die Kommunalwahl 2008 nicht mehr als Bürgermeister-Kandidat nominiert hat. Insbesondere in der Frauenunion regte sich Unmut über den Kurs, den die drei CSU-Ortsverbände Garmisch, Partenkirchen und Burgrain verfolgten. Auch deshalb wollten sich die Mitglieder im Wahlkampf wohl weitgehend neutral verhalten. In der Folge verließ ein Teil der Frauen die Union und auch die Arbeitsgemeinschaft. Andere hingegen taten nur ersteren Schritt und blieben der Frauenunion treu.

Eine Situation, von der auch die oberbayerische Bezirksvorsitzende Angelika Niebler weiß: „Die Lager sind hier sehr verfestigt. Mir tut es in der Seele weh, dass hier fast feindschaftliche Gefühle zu Tage treten“, bedauert sie das Geschehen auf der jüngsten Versammlung in der Marktgemeinde. Dort hatten sich Frauen einerseits dahingehend geäußert, dass sie ihre politische Heimat weniger in der CSU, sondern vielmehr in Thomas Schmids neu gegründetem Christlich Sozialen Bündnis (CSB) sehen. Andererseits hatten persönliche Attacken Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende der Union im Gemeinderat, veranlasst, der Frauenunion den Rücken zu kehren. Sinn dieser Arbeitsgemeinschaft sei es, betont Niebler, die Anliegen der Frauen zu vertreten und zwar auf der Basis des Grundsatzprogramms der CSU. Wer mit der Partei unzufrieden sei, müsse sich sehr genau überlegen, inwieweit dass noch zur Frauenunion passt, meint die Europa-Abgeordnete. „Schließlich ist diese ein Flügel der CSU, deshalb sind beide Schicksale miteinander verknüpft.“

Eine gewisse Diskrepanz erkennt auch Claudia Krüger-Werner, die frisch gekürte Ortsvorsitzende der Frauenunion Garmisch-Partenkirchen, in mancher Argumentation. Allerdings findet sie, „dass man es aushalten muss, wenn es mehrere Lager gibt“. Zunächst sei entscheidend, alle zu Wort kommen zu lassen, was sie in den kommenden Wochen auch vorhabe. „Dabei werde ich auch auf unsere Satzung und die Grundlagen unserer Geschäftsordnung verweisen.“ Wichtig für Krüger-Werner, der zudem an thematischen Schwerpunkten wie der Europawahl liegt, ist, „den Dampf rauszulassen“.

Hierbei würde Niebler den Garmisch-Partenkirchnerinnen gerne helfen. „Ich stehe für jede Art von Vermittlung zur Verfügung“, betont sie. Allerdings müsse der Wunsch von der örtlichen Frauenunion an sie herangetragen werden: „Von außen kann ich nicht eingreifen.“

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