Sie segeln schon über dem neuen Gelände: Seit Mai ist die Sportfliegergruppe Werdenfels in Pömetsried zu Hause.

Landwirtschaft statt Landebahn

Eschenlohe - Die Sportfliegergruppe Werdenfels muss nicht auf: Sie muss ihr altes Gelände in Eschenlohe-Weghaus zurückbauen. Dank des Rohstoffs Teer entstehen aber vielleicht nicht einmal Kosten.

Es war ein gewaltiger Kraftakt nötig, bis die Sportfliegergruppe Werdenfels im Mai ihre neue Start- und Landebahn in Pömetsried einweihen konnte. 15 Jahre hat es gedauert, um alle Einwendungen der Natur- und Vögelschützer auszuräumen und in die Planungen einzubeziehen. Nun beschäftigt die Flieger noch einmal ihre alte Wirkungsstätte: Bis Mai 2012 müssen sie mit dem Rückbau der Anlagen in Weghaus beginnen. Sprecher Tom Werneck versichert, der Verein werde alles „zuverlässig, sauber und professionell“ über die Bühne bringen.

Die luftrechtliche Genehmigung des Luftamts Südbayern von 2005 enthält laut Landratsamtssprecher Wolfgang Rotzsche die Auflage, dass der Pächter mit den Maßnahmen spätestens ein Jahr nach Inbetriebnahme des Pömetsrieder Geländes anfangen müsse. „Eine Rückbauverpflichtung ergibt sich auch aus dem Pachtvertrag zwischen dem Freistaat Bayern (Haupt- und Landgestüt Schwaiganger) als Grundstückseigentümer und dem Verein.“ Die Details des Rückbaus werden laut Rotzsche zurzeit geklärt.

Der Verein werde das Projekt „wahrscheinlich kostenneutral“ abwickeln können, schätzt Werneck. Denn Teer und Asphalt seien kostbare Rohstoffe. Das Landebahn-Material soll herausgefräst, aufbereitet und dann im Straßenbau wieder verwendet werden. Der Rückbau werde „tadellos“ vonstatten gehen, verspricht Werneck.

Künftig soll das Gestüt das alte Flugareal extensiv landwirtschaftlich nutzen. Rotzsche spricht von der „Erhaltung beziehungsweise Entwicklung artenreicher Wiesen“ und „Maßnahmen zu Gunsten eines moortypischen Wasserhaushalts“. Details aber seien noch nicht geregelt. Seltene Tiere sind in Weghaus zu Hause.

Schwaiganger bewirtschaftet in der Umgebung bereits Land. „Künftig haben wir mehr Fläche“, sagt Gestütsleiter Dr. Eberhard Senckenberg. Man wolle den Vorstellungen der Naturschutzbehörde möglichst folgen. „Sie verlangt, dass wir wegen der Wiesenbrüter spät mähen. Das hat die letzten Jahre sehr gut geklappt.“ Zur Debatte steht, dass das Gestüt die alte Flugzeughalle übernimmt. Doch dies scheint derzeit unwahrscheinlich. „Man erbt unter Umständen Altlasten“, gibt Senckenberg zu bedenken. Das Gestüt wolle „sich nicht aufs Glatteis begeben“. (roy)

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