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Gefährlicher Streich mit bösem Nachspiel

Laserattacke auf Lokführer

Farchant - Gefährlicher Streich: Zwei Burschen haben einen Lokführer mit dem Laserpointer geblendet. Weil seine Sehkraft dadurch eingeschränkt war, konnte der Zug nur langsam weiterrollen. Der Scherz hat ein böses Nachspiel...

Was als kleiner Spaß gedacht war, endete für einen der Beteiligten hinter Gittern: Weil zwei Jugendliche aus Farchant einen Lokführer mit einem Laserstrahl massiv geblendet hatten, wurden sie vom Amtsgericht mit hohen Strafen bedacht.

Immer wieder berichten die Medien, dass Flugzeugpiloten mit Laser-Pointern geblendet werden. Bislang gab es ein solches Delikt mit derartigen Folgen in der Region nicht. Passiert ist es in Farchant am 13. Februar des vergangenen Jahres, wie Staatsanwältin Isabella Monot in der Verhandlung erklärte. „Der Lokführer stand mit seinem Zug am Bahnhof und wartete auf die Weiterfahrt.“ Dann sei er mehrfach von einem Laserstrahl derart geblendet worden, dass er Probleme mit der Sehkraft bekam. Auf der Strecke in Richtung Kreisort erreichte der Zug deshalb zunächst nicht die vorgesehenen 110, sondern nur noch 60 bis 70 Stundenkilometer.

Der 23-jähriger Anklagte wurde von Peter Rademacher verteidigt. Er räumte ein, dass der kugelschreibergroße Laser-Pointer, mit dem das „Attentat“ erfolgte, seinem Mandanten gehöre. Dieser habe das Gerät seinem Kumpel geliehen. Geschehen sei das im Rahmen einer Würfelspielabends, der in seiner Wohnung nahe des Farchanter Bahnhofs stattfunden hat.

Der 16-jährige Jugendliche bekannte sich vor Gericht sogleich als Täter: „Wir haben gewürfelt, und der Laser lag auf dem Tisch.“ Als der Zug kam, habe er in diese Richtung geleuchtet. „Alle haben das gesehen und gelacht.“

Nicht so der 41-jährige Lokführer: „Während des Anhaltens wurde ich plötzlich mit dem grünen Strahl des Lasers minutenlang geblendet. Weil ich anschließend ein starkes ,Nachleuchten‘ in den Augen hatte,“ konnte er seiner Arbeit nur noch eingeschränkt nachkommen. Daraufhin informierte er den Fahrdienstleiter. Sehr deutlich habe der Lokführer gesehen, dass der Strahl aus einem nahen Haus kam, in dem er zwei Gestalten und im Hintergrund ein Aquarium ausmachen konnte.

Anwalt Rademacher, lediglich Verteidiger des älteren der beiden Spezl, beantragte für seinen Mandanten Freispruch. Doch ganz so einfach war die Sache für Richter Stefan Lindig nicht: „Er hat sich der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht“, erklärte er. In seinem Urteil verhängte Lindig eine Bewährungsstrafe über sechs Monate sowie 80 Stunden Sozialarbeit.

Der 16-jährige geständige Haupttäter hingegen muss zwei Wochen lang in die Jugendstrafanstalt. Der Richter erklärte den Dauerarrest wie folgt: „Wer so etwas macht, der muss auch schon als Jugendlicher kriminelle Energie haben. Und dann ist auch enormer Erziehungsbedarf vorhanden.“

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