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Der Asiatische Laubholzbockkäfer kann bei Laubbäumen erhebliche Schäden verursachen. 

Panikmache fehl am Platz

Laubholzbockkäfer: Baumschulen geben Entwarnung – vorerst

3500 Bäume werden in Murnau wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers gefällt, gehäckselt und verbrannt. Laubhölzer aus der Quarantänezone dürfen nicht verkauft werden. Für ansässige Gärtnereien ist das ein Problem. Geschäftsschädigend ist aber vor allem die Panikmache.

Murnau – Mittlerweile ist Konstanze Kley von der Gärtnerei Sauer in Murnau fast eine Art Expertin in Sachen Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) geworden. Regelmäßig informiert sie sich auf der Internetseite der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und auf der Seite der Murnauer Gemeinde über den exotischen Käfer, der eingeschleppt wurde, und der bei mehreren Bäumen am alten Volksfestplatz in Murnau bereits immense Schäden angerichtet hat. Mit beiden Behörden ist sie in Kontakt. Das Fällen, Häckseln und Verbrennen von rund 3500 Bäumen am alten Volksfestplatz und in 100 Metern Umkreis verfolgt Kley besonders aufmerksam. Ebenfalls die Bestimmungen zur Quarantänezone, die rund zwei Kilometer um diesen Bereich liegt. Kein Wunder: Die Baumschule der Gärtnerei befindet sich nur vier- bis fünfhundert Meter Luftlinie außerhalb des Speergebiets. Vier Jahre soll die Quarantäne bestehen bleiben – falls es zu keinem weiteren Befund kommt. Dann nämlich könnte die Zone erweitert werden. „Wir beobachten das Ganze natürlich intensiv“, sagt Kley. Befände sich die Baumschule in besagtem Bereich, müsse die Gärtnerei zwar nicht zusperren, aber mit verstärkten Auflagen rechnen.

Davon kann Uwe Benn aus Murnau ein Lied singen. Sein Betrieb samt Baumschule ist weniger als zwei Kilometer vom alten Volksfestplatz entfernt – fällt also ins Quarantänegebiet. Theoretisch heißt das, dass er keine der betroffenen „Wirtspflanzen“ verkaufen darf – auf der Liste stehen aktuell um die 16 Gattungen. Praktisch hat der Gärtner eine Lösung gefunden, mit der er dies trotzdem tun kann. Benn hat vorgesorgt und die Bäume auf ein Grundstück außerhalb der Zone ausgelagert. In Absprache mit den Behörden, betont er. Noch bevor das LfL die Quarantäne verhängt hat. Seinem Pächter, der sich auf seinem Grundstück befindet, musste er dafür extra etwas an Fläche abziehen. Das bedeutet zum einem, weniger Einnahmen, zum anderen mehr Ausgaben. „Ich musste die Bewässerungsanlage dort extra anbringen“, sagt Benn. Pflanzen, die nicht vom ALB befallen werden, verkauft er weiterhin in seiner Gärtnerei. Benn vertraut darauf, dass die Behörden die Situation in den Griff bekommen. Eines bereitet ihm jedoch Sorgen: Die Gerüchteküche.

Käfer ist ein träges Tier

Erst vor wenigen Tagen erhielt er einen Anruf, ob er überhaupt noch Pflanzen verkaufe. Anfragen wie diese sind geschäftsschädigend. „Wenn Kunden deshalb ausbleiben, wäre das schlimm“, sagt der Murnauer. Abschätzen kann er das aktuell noch nicht. „Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt.“

Von Panikmache hält der Gärtner nichts. Ebenso wenig Kley. „Das hilft niemandem“, sagt sie. Sie hofft, dass der ALB in Murnau bald ausgerottet ist. In Neukirchen am Inn (Landkreis Passau) habe man dies geschafft. Dafür sei vor allem Transparenz wichtig – und dass sich alle an die Regeln halten. Befallene Bäume müssen beispielsweise sofort gemeldet werden. Gartenbesitzer, die innerhalb des Sperrgebiets leben, müssen ihre Laubholzabfälle konsequent zur Deponie nach Weindorf fahren. Und zwar in geschlossenen Behältern, damit es auf dem Transportweg zu keiner Verbreitung des Käfers kommt.

LfL-Pressesprecherin Sabine Weindl empfiehlt von Mai bis Oktober Beschneidungsarbeiten im Garten bleiben zu lassen. Der Baumschädling fliege nämlich in diesem Zeitraum, aber nicht weit. Der Laubholzbockkäfer sei ein träges Tier. Risiken sollten aber ausgeschlossen werden. Das ist ganz im Sinne Kleys, denn die Deponie ist nicht weit weg von ihrer Gärtnerei. Absehen, ob die Sperrzone so bleibt, wie sie ist, könne man noch nicht, betont Weindl. Auch nicht, ob diese in vier Jahren wieder aufgehoben wird. Derzeit werden befallene Hölzer im Labor genauestens untersucht. Unter anderem werden dafür die Baumringe gezählt. Erst dann könne man sagen, wie lang sich der Schädling aus Asien schon in Murnau durchfrisst.

Magdalena Kratzer

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