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Seit Beginn der Saison in Gelb: Laura Dahlmeier dominiert derzeit den Biathlon-Weltcup. 

Freitag im Garmischer Zentrum

Premiere beim City-Biathlon: Gelbes Leiberl für Laura

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Garmisch-Partenkirchen - Ein Ort im Laura-Fieber: Zur 21. Ausgabe des Rennens morgen im Garmischer Zentrum hat Organisator Peter Fischer für das Aushängeschild erstmals ein Extra-Trikot anfertigen lassen. Auch, weil kaum eine andere Sportlerin den Markt so gut repräsentiert.

Genau betrachtet, ist Laura Dahlmeier eine Garmischerin. Das Elternhaus, in dem sich die Biathletin längst eine eigene Wohnung im Obergeschoss eingerichtet hat, liegt mitten im westlichen Ortsteil. Die Fußgängerzone – die man gerne das Herz Garmischs nennt – erreicht sie zu Fuß in fünf Minuten. Eine kürzere Anreise zu einem hochkarätig besetzten Rennen gibt es nicht, sagte Dahlmeier im Interview mit unserer Zeitung.

Auf keinen Fall sollte man die 23-Jährige als Partenkirchnerin bezeichnen. Das wäre grundlegend falsch, passiert aber oft genug. Es muss daran liegen, dass Dahlmeier offiziell für den SC Partenkirchen startet und das in jeder Ergebnisliste vermerkt wird.

Dazu gibt es eine Geschichte: Natürlich trat das Garmischer Mädchen dem SC Garmisch bei. Mit sieben Jahren. So weit so normal. Weil die kleine Laura aber merkte, dass ihr das Alpine Skifahren nicht taugt – sie zu klein, zu leicht ist und ihre Füße zu schmal sind –, lief sie lieber in der Loipe. Im nordischen Bereich bot damals nur der SCP etwas für Kinder an. Dahlmeier wechselte und startet seitdem für den Verein, bei dem schon ihr Vater als Skispringer und Kombinierer aktiv war.

Laura - die Sportlerin für den ganzen Ort

So gesehen, gibt es keine Sportlerin, die geeigneter ist, den ganzen Ort in der großen (Biathlon-)Welt zu vertreten. Nicht als Garmischerin oder Partenkirchnerin – sondern als Garmisch-Partenkirchnerin. Deshalb hat Peter Fischer auch kein Problem, dass eine Athletin des SCP als Zugpferd der zweitgrößten Veranstaltung des SC Garmisch dient: des City Biathlons am morgigen Freitag. Über „dieses Level“ – gemeint ist die Rivalität zwischen beiden Skiclubs – sei man schon lange hinaus, betont Fischer, der SCG-Vorsitzende. „Für uns zählt der Mensch und der Sportler.“ Dahlmeier werte die Veranstaltung deutlich auf. Das Starterfeld ohne sie bezeichnet Fischer schon als super. „Wenn aber die Laura auch noch bei uns läuft“, dann sei das „zweimal super“.

Fischer ist bekannt dafür, seine Athleten zu verwöhnen. Für die Lokalheldin hat er etwas vorbereitet, das es nicht einmal für Magdalena Neuner gegeben hat: eine gelbe Startnummer. Extra angefertigt für die Weltcup-Führende. „Ein Zuckerl“, sagt der SCG-Boss. Der Rummel um Dahlmeier kennt keine Grenzen. Biathlon ist der Deutschen liebster Wintersport – und die 23-Jährige die Beste darin. Bereits im Vorjahr hatte Fischer so viele Zuschauer wie nie am Streckenrand ausgemacht, obwohl Dahlmeier krank passen musste. Das war noch vor ihrem Triumph in Oslo mit fünf WM-Medaillen, vor dem großen Hype. Doch den Organisator kümmert es nicht, ob bei der 21. Ausgabe der Teilnehmerrekord fällt oder nicht. Genau messen kann die Massen eh keiner. „Ob es jetzt 8000, 10 000 oder 12 000 sind, ist egal“, betont er. Vom Ansturm profitiert der Skiclub finanziell eh nicht. Vielmehr geht es dem SCG darum, eine Top-Veranstaltung zum Jahreswechsel zu bieten. In der Zeit, in der die meisten Urlauber den Ort besuchen. Fischer nennt es den Kreislauf des City Biathlons. Viele Stars, viele Zuschauer. „Wenn wir mit zweitrangigen Startern auflaufen würden, würde das keine Sponsoren und keine Zuschauer interessieren.“

Drei TV-Stationen übertragen, zwei sogar live

In diesem Jahr berichten gleich drei TV-Stationen (ARD, ZDF, Sky) vom City-Biathlon. Die letzten beiden sogar live. Zuletzt hat es das bei Neuners Abschied vor drei Jahren gegeben. Einfangen werden sie auch Bilder von der Extra-Attraktion des SCG: Um die Pause zwischen Rennen und Siegerehrung zu überbrücken, tritt Schlittenhunde-Weltmeister Rainer Diemer mit seinem Achter-Gespann gegen einen Langläufer an. Die große Bühne gehört aber Laura Dahlmeier. Die wichtigste Nachricht einen Tag vor dem Start: Alle sind fit. Die Weltmeisterin empfindet ein solches Rennen übrigens nicht als Stress. Vielmehr freue sie sich. Sie mache das auch für die ganzen Einheimischen und Fans, die den ganzen Winter über die Daumen drücken. Dahlmeier betont: „Es ist einfach schön, wenn man da was zurückgeben kann.“

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