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Der Wintereinbruch führte an der Landesgrenze bei Mittenwald zur Sperrung der Bundesstraße.

Lawinengefahr: B2 und Bahnstrecke gesperrt

 Landkreis – Ein gewaltiger Sturm hat am Donnerstag die Region heimgesucht. Die Schäden hielten sich in Grenzen. Der gleichzeitig einsetzende Wintereinbruch indes führte an der Landesgrenze bei Mittenwald zur Sperrung der Bundesstraße. Nichts geht dort mehr – wegen akuter Lawinengefahr.

Mit ungeheuerer Wucht ist am Donnerstag Orkantief Andrea über den Landkreis gefegt. Die Böen erreichte auf der Zugspitze sogar eine Spitzengeschwindigkeit von 176 Stundenkilometern. Neue Werte konnten am Dreikönigstag nicht geliefert werden, weil das Messgerät eingefroren war. Aufgrund der Wetterlage musste die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) die vergangenen zwei Tage den Seilbahn- und Skibetrieb komplett einstellen. „Für Samstag aber sind wir guter Dinge“, übt sich Betriebsleiter Martin Hurm in Zweckoptimismus. Bis zu 40 Mann waren gestern auf Deutschlands höchstem Berg im Dauereinsatz, um die Pisten wieder herzurichten. Denn jeder Tag – vorallem in den Ferien –, an dem die Lifte dort oben stillstehen, verdeutlicht Hurm, „tut uns weh“.

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Wegen des Schneechaoses und der gewaltigen Windverfrachtungen durch „Andrea“ musste Freitagmorgen auf Empfehlung der Mittenwalder und Scharnitzer Lawinen-Kommission die Landesgrenze unterhalb des Brunnsteins gesperrt werden. Sowohl Bundestraße 2 als auch die Bahnstrecke ist dicht. Selbst die Langlauf-Loipe im Ried musste geschlossen werden. Obendrein ist ein Befahren der B 2 zwischen Verteiler Nord und Süd wegen Lawinengefahr in der Rainlähne nicht möglich. Die Autos müssen durch Mittenwald umgeleitet werden. Die Polizei regelte bis zur Schließung der Schranken den Verkehr. „Einen erheblichen Aufwand stellt die Uneinsichtigkeit von Pkw-Fahrern dar“, teilt ein Sprecher der Inspektion Mittenwald mit. So würden entsprechende Hinweise, wie zum Beispiel Schneekettenpflicht auf der Ausweichroute nach Leutasch, missachtet werden. Die Folge: Steckengebliebene Fahrzeuge, die zu weiteren Straßensperrungen führen. „Die Polizei musste einige Bußgelder verhängen.“

Eine Entspannung der Wettersituation ist offenbar nicht zu erwarten. „Es wird angespannt bleiben“, befürchtet Mittenwalds Obmann der Lawinen-Kommission, Heinz Pfeffer. Er rechnet bis Dienstag mit weiteren ergiebigen Niederschlägen. Allein von Donnerstag auf Freitag haben Pfeffer und Co. 130 Zentimeter Neuschnee im Karwendel gemessen. „Und der Wind begünstigt die Lawinensituation natürlich enorm“, konstatiert der Obmann, der auch die Sperrung der Dammkar-Abfahrt dringend empfahl.

Gewütet hat Sturmtief Andrea aber auch im Tal: Am Freitag musste die Mittenwalder Feuerwehr um 1 Uhr ausrücken, weil ein umgestürzter Baum auf Höhe der Kasernen auf die B 2 gefallen war. Gekappte Bäume und abgebrochene Äste haben auch in Murnau und Umgebung zu Behinderungen im Straßenverkehr geführt.

Bis gestern Mittag ging zudem auf der Bahnstrecke Murnau-Garmisch-Partenkirchen nichts mehr. Denn am Donnerstag hatte „Andrea“ gegen 17 Uhr “ bei Eschenlohe (Höhe Autobahnende) einen Baum umgeblasen. Dieser krachte auf die Oberleitungen. „Die Züge saßen im Eschenloher Bahnhof fest wie lange nicht mehr“, berichtet Bürgermeister Anton Kölbl.

Wegen Stromausfalls ruhte am Donnerstag auch auf der Strecke Murnau-Oberammergau kurzfristig der Bahnverkehr. Umgestürzte Bäume legten auch die Außerfernbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Tiroler Reutte lahm. Auf deutscher Seite, so ein Bahnsprecher, seien die Schäden inzwischen wieder behoben.

Andrea fegte aber auch übers Ammertal hinweg. So fiel für längere Zeit in Bad Kohlgrub, Saulgrub und Bad Bayersoien für mehrere Stunden der Strom aus.

Die Landkreisbewohner durften an diesem „Andrea-Tag“ aber noch ein ganz besonderes Wetterphänomen beobachten: Ein Wintergewitter – die Amerikaner sagen Blizzard dazu – entlud sich über der gesamten Region und sorgte für Erstaunen.

Christof Schnürer

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