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Neues Domizil: Das Museum soll 2017 im ersten Stock des Pfarrhofs eröffnet werden.

EU-Förderprogramm Leader

Staffelsee-Museum: Ein innovatives Projekt

Seehausen – Eigentlich hätte das Staffelsee-Museum in Seehausen noch heuer eröffnet werden sollen. Doch das Projekt verzögert sich etwas. Ein Meilenstein steht am Dienstag an. Denn dann wird ein Leader-Förderbescheid über 85 000 Euro übergeben.

Eins dürfte heute schon klar sein: Das Museum, das kommenden Sommer eingeweiht werden soll, wird aus den Heimatmuseen der Region herausragen. Denn das Konzept ist komplett überarbeitet worden. „Die Themen sind im Grunde die gleichen“, sagt Inge Policzka, Vorsitzende des Heimatvereins. Sie würden aber anders gewichtet. „Die Hinterglasmalerei kriegt ein bissl mehr Aufmerksamkeit.“ Die Neuausrichtung bezieht sich zudem auf die Themen Insel Wörth und Staffelsee sowie auf die Sonderausstellungen.

Der Neustart im denkmalgeschützten alten Pfarrhof geht in enger Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen über die Bühne. „Den Umbau als solchen schultert die Gemeinde“, sagt Policzka.

Die Vorsitzende und Zweite Bürgermeistern macht deutlich, dass eine Realisierung ohne Zuschüsse nicht möglich wäre. „Das kostet alles einen Haufen Geld. Wir haben es nicht. Es geht nur mit Förderung.“ Nicht nur Mittel des EU-Programms Leader fließen in beträchtlichem Ausmaß, auch die Landesstelle steuert eine erhebliche Summe bei. Für heuer sind 40 000 Euro bewilligt, für 2017 hat die Behörde weitere 30 000 Euro in Aussicht gestellt. Der Verein selbst kann 40 000 Euro einbringen. Insgesamt verschlingt die Neukonzeption und Neugestaltung 225 000 Euro.

Dass sich die Fertigstellung etwas verzögert, nimmt Policzka recht gelassen. „Wir wollen das gescheit machen, es soll Hand und Fuß haben und nicht etwas Zusammengeschustertes werden.“ Andere Museen bräuchten bei vergleichbaren Projekten drei Jahre oder länger. „Das sind wir mit einem Jahr gar nicht so schlecht dabei.“

Gelder aus dem Leader-Fördertopf gibt es übrigens nicht so ohne Weiteres. Ein Kriterium: Das Projekt müsse „etwas Innovatives haben“, sagt Martin Kriner, Manager der Lokalen Aktionsgemeinschaft Zugspitz Region (LAG). Er ist angetan von der Neugestaltung des Museums. „Das ist ein gutes Projekt für das Blaue Land und den ganzen Landkreis.“ Der Verein habe sich „viele Arbeit gemacht“.

In dieses Lob stimmt auch Shahab Sangestan mit ein, zuständiger Gebietsreferent bei der Landesstelle für nichtstaatliche Museen. „Da wird hervorragende Arbeit geleistet.“ Es sei beispielhaft, „was die Kollegen vor Ort machen“. Ein wichtiger Punkt seien die Öffnungszeiten. In Zukunft soll das Museum an vier Tagen halbtags (von 13.30 bis 17.30) zugänglich sein.

Um Leader-Mittel bekommen zu können, reichte der Verein eine umfangreiche Projektbeschreibung ein. Ausgearbeitet haben sie Schatzmeister Tobias Horak und Vizevorsitzender Josef Führer. Sie rechnen mit einem dauerhaften Anstieg bei der Besuchermenge. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahlen mit dem neuen Museum und der dadurch möglichen Aufnahme in den Museumsverbund auf schätzungsweise 5000 Besucher durchaus verdoppeln lassen.“ Ein zeitgemäßer Internetauftritt soll ebenfalls geschaffen werden. Geplant ist darüber hinaus, Aktionstage für Schulklassen anzubieten.

Ein wichtiger Punkt bei dem Projekt ist auch die Barrierefreiheit. Beim bisherigen Heimatmuseum konnte dieser Aspekt nicht berücksichtigt werden. Im Pfarrhof wird der erste Stock künftig mit einem Lift erreichbar sein. Die einzelnen Räume können die Besucher ebenfalls ohne Hindernisse (Stufen) begehen. Ferner wird es zum Beispiel Texte in leichter Sprache geben.

Roland Lory

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