Wo startet die Fahrt? Bahnkunden in Oberau mussten sich auf Neuerungen einstellen. foto: sehr

Lebensgefahr auf den Gleisen

Oberau - Nach dem Fahrplan-Wechsel herrscht Verwirrung bei Bahn-Kunden: Viele müssen laufen, um den Zug zu erwischen.

Das möchte kein Reisender erleben: Man steht entspannt auf dem Bahnhof und wartet auf seinen Zug. Bis plötzlich klar ist, dass die Bahn auf einem ganz anderen Gleis einfahren wird. In Oberau stehen die Menschen dann vor einem riesigen Problem: Der Fußmarsch dorthin dauert einige Minuten - es sei denn, man rennt direkt über die Gleise. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember kommt es immer wieder zu solchen gefährlichen Situationen. Für Jürgen Haase ist daran die Bahn schuld.

Der Oberauer pendelt seit Jahren mit dem Zug nach München. Los ging es immer auf Gleis eins. Bis zum Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember. „Jetzt fahren einige Züge wie gewohnt, andere auf der gegenüberliegenden Strecke“, erzählt Haase. „Wer soll sich da noch auskennen?“ Genau genommen geht’s unter der Woche nun um 17.16, 18.16, 19.16 und 20.14 Uhr von Gleis zwei in Richtung Landeshauptstadt. Am Wochenende ist dies immer um 8.16, 9.16 und 10.16 Uhr der Fall. „Ein g’scheites Durcheinander“, findet Haase. Vor allem deshalb, weil die Änderungen nicht ausgeschildert wurden.

„Am Anfang stand gar nichts da. Es gab auch keine Durchsagen. Erst nach einiger Zeit wurden kleine Papperl am Fahrplan drübergeklebt. Erst seit kurzem hängt der richtige Plan aus.“

Für Personen, die nichtsahnend auf dem falschen Bahnsteig stehen, wird es mitunter gefährlich. Denn für den ordnungsgemäßen Umweg über die Überführung bleibt ihnen nicht wirklich die Zeit - also laufen sie über die Schienen oder schummeln sich durch die bereits geschlossene Schranke. Neben dem normalen Verkehr auf Gleis eins fährt am Wochenende zusätzlich ein Schnellzug direkt nach Garmisch-Partenkirchen, ohne in Oberau zu halten. Kürzlich beobachtete Haase eine Gruppe ausländischer Reisender, bei denen es beinahe zum Schlimmsten gekommen wäre. „Die quetschten sich an der Absperrung vorbei, um nach Gleis zwei zu kommen. Als sie drüben waren, rauschte der Schnellzug schon vorbei. Was da hätte passieren können, mag ich mir gar nicht ausmalen.“

Ein Sprecher der Deutschen Bahn kommentiert die Gefahren, die durch die Fahrplanänderungen entstehen könnten, nicht. Er weist darauf hin, dass die Fahrgäste selbstständig bei Änderungen nachfragen müssen. „Reisenden empfehlen wir, sich zum Fahrplanwechsel stets über die aktuellen Ankunfts- und Abfahrtsgleise ihres Zuges zu informieren“, lautet seine Antwort. Auch wenn versucht werde, auf Kundenwünsche einzugehen, könnten die Änderungen in Oberau derweil nicht rückgängig gemacht werden. Es werde jedoch nach Spielräumen gesucht.

Diese Aussage stößt bei dem 63-jährigen Bahn-Kritiker aus Oberau auf Unverständnis. „Vorher hat es doch auch wunderbar funktioniert. Ich verstehe diese Umstandskrämerei wirklich nicht.“ Seiner Meinung nach kümmere die Zuständigen gar nicht, was für den Fahrgast am besten sei. „Das ist denen egal. Die arbeiten nach dem Motto: Warum einfach machen, wenn es auch kompliziert geht?“

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