Nachfolger und Vorgänger: (v. l.) Pfarrer Wolfgang Scheel hielt im Juli die Abschiedsrede für Olaf und Petra Kringel, die eine neue Stelle in Ingolstadt antraten. foto: kunz

Leid verringern, Glaube vermehre

Mittenwald - Nach dem schwermütigen Abschied vom beliebten Pfarrerehepaar Olaf und Petra Kringel bekommt die evangelische Kirchengemeinde Mittenwald im Dezember einen neuen Ortsgeistlichen. Nachfolger Wolfgang Scheel ist im Ort kein Unbekannter.

Die evangelische Kirchengemeinde Mittenwald darf sich auf einen neuen, aber trotzdem bekannten Seelsorger freuen. Mitte Dezember tritt der hier als Standort-Militärpfarrer tätige Wolfgang Scheel die Nachfolge des nach acht Jahren vom Isartal nach Ingolstadt versetzten Pfarrerehepaars Petra und Olaf Kringel an. Erst im Juli hatte Scheel die Kringels, die mit schwerem Herzen Mittenwald verlassen haben, nach deren letzten Gottesdienst mit einem Regenschirm verabschiedet. „Er soll euch bei allen widrigen Unvorhersehbarkeiten schützen.“

Im November 2000 trat Scheel die Stelle als Militärpfarrer in Mittenwald an. Der gebürtige Berliner wohnt noch in Weilheim, weil er neben Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau auch für die Soldaten in Pöcking und Feldafing (Landkreis Starnberg) zuständig ist.

Scheel verrät außerdem, dass er Bergwandern und Fernreisen liebt und unverheiratet ist. Letzteres ist für ihn aber kein Nachteil, wenn eventuell seine Kompetenz als Familienseelsorger gefragt ist. „Ich muss ja vorher auch nicht sterben, um einem Sterbenden helfen zu können.“ Überhaupt hat der neue Pfarrer eine eigene Philosophie vom Leben. „Ich bin mir sicher, dass Gott in unser Leben und die Welt eingreift, weil alle Geschehnisse kein Zufall sein können.“

Dass er jetzt in Mittenwald als Gemeindepfarrer tätig sein darf, ist kein Zufall, hat aber zwei Gründe. So steht für einen Militärpfarrer nach zwölf Jahren wieder der Wechsel zum Gemeindepfarrer an. Nach seiner deshalb fälligen Bewerbung hat er es der Kirchenleitung der evangelischen Kirche in Bayern und der Zustimmung des hiesigen Kirchenvorstandes zu verdanken, dass er für Mittenwald ausgewählt wurde. „Ich möchte an vieles anknüpfen, was ich bis jetzt schon bei der Bundeswehr und in der Gemeinde gemacht habe.“

Scheel kennt den Unterschied zwischen Militär- und Gemeindepfarrer. „Vor allem will ich Menschen zum Glauben an Jesu und zu einem Leben in der Liebe Jesu ermutigen. Jeder Mensch soll sich in Toleranz mit seiner persönlichen Art akzeptiert wissen.“ Das Leid der Menschen zu verringern und ihren Glauben zu vermehren - mit dieser Vorgabe will Scheel auch in seinem Amt wirken.

Wolfgang Kunz

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