Leonhardi-Fahrt Murnau 2015
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
Leonhardi-Fahrt Murnau 2015
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
Leonhardi-Fahrt Murnau 2015
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
Leonhardi-Fahrt Murnau 2015
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.
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Die Leonhardi-Fahrt von Murnau nach Froschhausen lockte am Freitagvormittag tausende Besucher an. 950 Teilnehmer waren bei der Prozession dabei.

"Eine Wallfahrt, kein Kommerz, keine Party"

Murnauer Leonhardi-Fahrt: Rekordverdächtig viele Besucher

Murnau/Froschhausen - Leonhardi-Fahrt am Freitagvormittag in Murnau: Es mag zwar nicht die bekannteste sein, aber auf jeden Fall eine der schönsten. 

Er hat im bayerischen Heiligenhimmel einen besonderen Platz: der Heilige Leonhard, der Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, zu dessen Gedenken es im Freistaat zahlreiche Leonhardiritte gibt. Die festliche Prozession zu Pferde von Murnau nach Froschhausen mag zwar nicht die bekannteste sein, aber sie ist auf jeden Fall eine der schönsten. Davon konnten sich am Freitagvormittag die nach Schätzung der Polizei 7000 bis 8000 Zuschauer – eine rekordverdächtige Besucherzahl – überzeugen: Sie erlebten bei milden Temperaturen und einem strahlend blauen Himmel – der ungewöhnliche November-Frühling machte es möglich – katholisches Brauchtum wie aus dem Bilderbuch. „Wenn einem da nicht das Herz aufgeht“, meinte etwa Altbürgermeister Werner Frühschütz.

Keine Frage, der Zug durch den schmucken Markt sowie die anschließende Segnung samt Feldmesse (diesmal mit den drei Geistlichen Siegbert Schindele, Michael Heinrich und Dr. John Madubuko) am Froschhauser See vor dem imposanten Alpenpanorama sind schon etwas Besonderes – und lassen die Herzen aller Traditionsbewussten und Heimatverbundenen höher schlagen. Dem Veranstalter, dem Froschhauser Leonhardiverein, gelingt es jedes Jahr aufs Neue, die Authentizität zu bewahren. „Das ist eine Wallfahrt – kein Kommerz, keine Party“, betont Kassier und Sprecher Franz Neuner. Und so – darüber sind sich die rund 250 Mitglieder des Vereins einig – soll es auch bleiben. Mit den Einnahmen aus dem Würschtl- und Getränkeverkauf sollen nur die Unkosten gedeckt werden. Neuner war zufrieden – und zog nach dem offiziellen Teil eine positive Bilanz: „Das war fantastisch.“ Das Ganze funktioniere nur, weil alle gut zusammenarbeiteten: der Verein, die Dorfgemeinschaft, die Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und BRK sowie die Gemeinde-Mitarbeiter.

Diese Bodenständigkeit wird offenbar nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von den Pferdefreunden honoriert. Über 950 nahmen heuer an der Prozession teil – mit rund 65 Gespannen und 350 Pferden, vom kleinen Pony bis zum schweren Kaltblut. Auch ein paar Esel liefen mit. 13 Kapellen spielten auf. Der Zug reichte von den Vorreitern der Polizei-Staffel aus Rosenheim und der Delegation des Landgestüts Schwaiganger über die Kutschen mit den geistlichen Würdenträgern und der Politprominenz bis hin zu den Wagen der Traditionsvereine und Pfarreien. Tracht bestimmte das Bild.

Sicherlich viel Arbeit hatten die Halter investiert, um die Rösser für den Festtag herauszuputzen. Und auch in den geschmückten Motivwagen steckte jede Menge Herzblut. Darauf zu sehen gab es beispielsweise kleine Modelle der Kirchen aus Murnau und Umgebung oder lebendiges Handwerk wie die Wetzstoamacher (Ohlstadt) oder Schnitzer (Waltersberg).

Das Publikum war angetan: „Die schönen Pferde und Wagen – mir hat das alles sehr gut gefallen“, sagte etwa Christine Holler aus Garmisch-Partenkirchen. Und Ulrike Off aus Sindelsdorf meinte: „Die Murnauer Leonhardifahrt ist sehr entspannt. Alles läuft ruhig ab – ohne Stress.“ Manche Teilnehmer konnten ihr Glück mit dem Wetter kaum fassen: „In den letzten drei Jahren sind wir immer nass geworden. Aber heute ist ein Traumtag“, befand etwa der Großweiler Thomas Bäck, der das Ohlstädter St.-Laurentius-Fuhrwerk steuerte. In der Tat hatte es in der Vergangenheit an Leonhardi auch schon geschneit. Aus Sicht der Polizei verlief alles friedlich und unfallfrei. Das war nicht immer so: 2012 hatte es einen schweren Kutschen-Unfall mit Verletzten gegeben. Daraufhin wurde das Sicherheitskonzept verschärft. Dazu zählen Absperrungen und ein Fluchtbereich im Obermarkt – für den Fall, dass ein Gespann durchgehen sollte.

Andreas Seiler

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