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Publikumsmagnet bei jedem Wetter: der Leonhardiritt von Murnau nach Froschhausen.

Rund 900 Teilnehmer und 4000 Zuschauer

Leonhardi: Wallfahrt im Schneeregen

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Murnau - Die Froschhauser Leonhardifahrt ist nachweislich seit 1927 fester Bestandteil des Brauchtumskalenders. Allerdings das Wetter können sich Teilnehmer und Zuschauer nicht aussuchen. Regen und Schnee sorgten jetzt für eine verkürzte Fassung des religiösen Umzugs.

Mit dem Wetter ist es so eine Sache, erst Recht im Spätherbst: Vergangenes Jahr strahlte die Sonne bei der traditionellen Leonhardi-Prozession zu Pferde von Murnau nach Froschhausen mit den Wallfahrern um die Wette. Und heuer? Genau das Gegenteil! Am Sonntagmorgen hatten sich dicke Wolken über das Blaue Land geschoben – und es goss in Strömen. Am Vormittag wurde dann daraus auch noch Schnee. So erlebten Teilnehmer und Zuschauer eine verkürzte Ausgabe des festlichen Umzugs zu Ehren des Heiligen Leonhard, dem Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere.

Die Segnung durch Murnaus Pfarrer Siegbert Schindele fand etwas vorverlegt bereits am ersten Froschhauser Feldkreuz statt – und der Feldgottesdienst musste abgesagt werden. Die Gefahr, dass sich Mensch und Tier bei der nasskalten Witterung verkühlen, war den Veranstaltern vom Froschhauser Leonhardiverein zu groß. „Bei schönerem Wetter wären wir deutlich glücklicher gewesen. Aber das haben wir nicht in der Hand“, sagte dessen Erster Vorsitzender Franz Neuner. Ungewöhnlich sei aber ein Wintereinbruch an Leonhardi nicht, fügte der Chef der über 250 Mitglieder starken Gemeinschaft hinzu. Einmal habe es sogar einen Schneesturm gegeben. Die Rosserer hätten es aber mit Humor genommen. „Ich habe keinen getroffen, der zwider war“, berichtete der Nachfolger des kürzlich verstorbenen, langjährigen Vorsitzenden Georg Götz. So machten sich bereits gegen 11 Uhr die meisten Fuhrleute und Reiter wieder auf den Nachhauseweg – eingemummt in ihre Jacken. Zum Glück verlief laut Polizei alles ohne Zwischenfälle und unfallfrei.

Bilder: Leonhardifahrt von Murnau nach Froschhausen

Der Umzug durch Murnaus „gute Stube“, den beflaggten Ober- und Untermarkt, war trotz der widrigen Bedingungen eine Augenweide. Etliche Besucher, die Polizei schätzt deren Anzahl auf 4000, verfolgten das Geschehen vom Straßenrand aus. Die meisten hatten sich wie die Wallfahrer mit Regenschirmen, Umhängen, Hüten und Mützen ausgestattet – nach dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Die Organisatoren zählten rund 900 Mitwirkende, darunter vor allem Mitglieder der Traditionsvereine aus dem Staffelsee-Raum, 60 Wagen und elf Musikkapellen. Den Zug führten die berittene Polizei, die Vorreiter sowie die Kutschen des Staatsgestüts Schwaiganger mit den Ehrengästen an. Dazu zählten neben den Geistlichen Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

Im Vorfeld war viel Arbeit investiert worden. Die Pferde waren herausgeputzt. Und auch in den geschmückten Themen- und Motivwagen steckte jede Menge Herzblut. Darauf waren beispielsweise Modelle der heimischen Kirchen oder handwerkliche Darstellungen wie Ohlstadts Wetzstoamacher zu sehen.

Die Zuschauer waren angetan. „Mir gefällt das. Ich bin jedes Jahr dabei“, meinte etwa Helmut Brey aus Aidling. Das schlechte Wetter mache ihm nichts aus, sagte er. „Ich bin an Leonhardi schon oft nass geworden.“ So sah es auch Veit Volwahsen aus Murnau: „Ich finde das sehr schön.“ Es sei „bewundernswert“, dass diese Tradition gepflegt werde.

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