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Imposant: Das Konterfei des Heiligen Leonhard schmückt diesen von Kaltblütern durch den Untermarkt gezogenen Festwagen. Foto: archiv herpen

Leonhardifahrt: Herausgeputzt für den Schutzheiligen

Murnau - Für die Leonhardifahrt von Murnau nach Froschhausen am Freitag, 6. November, haben sich rund 800 Teilnehmer mit über 300 Pferden angesagt.

Prachtvoll herausgeputzte Rösser, liebevoll geschmückte alte Bauernwagen, festliche Trachten und zünftige Blasmusik: Die Froschhauser Leonhardifahrt stellt nicht nur für gläubige Katholiken einen Höhepunkt im religiösen Jahreslauf dar. Auch am Freitag, 6. November, werden sich traditionsgemäß um 9 Uhr morgens über 300 Pferde, 64 Gespanne, 13 Musikkapellen und etwa 800 Teilnehmer von Murnau aus in Richtung Froschhausen auf den Weg machen, umsäumt von zahlreichen Zuschauern.

Franz Neuner (51), Kassier des Froschhauser Leonhardivereins, legt großen Wert darauf, dass das Ganze keine touristische Inszenierung, sondern eine Wallfahrt ist, wobei er sich in Sachen Kommerz klar von der Tölzer Leonhardifahrt abgrenzt: „Das ist kein Event und auch keine Party, sondern eine zutiefst religiöse Veranstaltung“, gibt er zu bedenken. Besonders hebt er die gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und dem Bauhof Murnau hervor. In diesem Zusammenhang richtet Neuner einen Appell an die Zuschauer: „Sie sollten bedenken, dass die rund 350 Pferde ein gewisses Gefahrenpotential darstellen, und sich deshalb unbedingt an die Anweisungen des Sicherheitspersonals halten.“

Ein Leben ohne Leonhardifahrt können sich Paul und Marianne Schöps aus Froschhausen nicht vorstellen. „Ich stamme aus Rieden, und unsere Dorfgemeinschaft hat schon immer einen Wagen gemacht“, erzählt der 64-Jährige, der 1977 in den Hof seiner Frau eingeheiratet hat. „Keine Frage, dass wir als Kinder immer dabei waren. Nur einmal musste ich an dem Tag in die Schule gehen. Oh, das war grausam“, schmunzelt er. Seine Eltern hätten nur Ochsen und Kühe, aber keine Pferde gehabt. Über die verfügte jedoch sein Nachbar Josef Schweiger - Stiefvater des bekannten Greiner Jakl. „Schon damals waren die Rösser meine Lieblingstiere“, berichtet Schöps. „Heute habe ich selber sechs süddeutsche Kaltblüter und fahre den Wagen, auf dem die verheirateten Frauen sitzen.“

Während er und seine drei mittlerweile erwachsenen Kinder im Zug mitfahren, kümmert sich seine Frau Marianne, die Mesnerin der kleinen Froschhauser Kirche St. Leonhard ist, um das Wohl der Geistlichkeit. „Die Pfarrer kommen nach der Segnung zum Umziehen, bevor die Feldmesse beginnt, und danach kommen sie zum Frühstück.“ Als Kinder hätten sie immer den St.-Leonhardswagen hergerichtet, erinnert sie sich. „Beim Mitfahren haben wir Kinder uns abgewechselt.“ Einmal sei ihre Schwester Zenzi dran gewesen - auf einem Themenwagen mit Schafen. „Aber es hat so geschneit, dass man die Schafe kaum noch gesehen hat.“

Wie vom Leiter des Murnauer Ordnungsamtes, Florian Krammer, verlautete, wird der Zug wie gewohnt in der Kocheler- und der James-Loeb-Straße Aufstellung nehmen, bevor er sich durch die Seidlstraße, den Unter- und Obermarkt, die Johannis-, die Soller- und die Froschhauser Straße bewegt. Die Zufahrten zu diesen Straßen sind von 7 bis nach 10 Uhr gesperrt, die Durchfahrt in Froschhausen bis in den frühen Nachmittag. Den ganzen Tag nicht benutzbar ist zudem die Bahnhofstraße, in der der Leonhardimarkt stattfindet. „Im Obermarkt werden wir einen Fluchtbereich freihalten, falls in der Fußgängerzone ein Gespann durchgehen sollte“, so Krammer. Die Tiere könnten dann statt in die Johannisstraße abzubiegen geradeaus in Richtung Reschkreuzung laufen und sich beruhigen. Besucher könnten ihre Fahrzeuge unter anderem auf dem Volksfestplatz am Kemmelpark abstellen. (as)

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