Wie viel gibt’s zum Jubeln? Auf Marcus Bleicher wartet harte Arbeit beim Zweiliga-Aufsteiger SC Riessersee. foto: BSE-Pictures

Der Lohn für den Meistertrainer

Garmisch-Partenkirchen - Marcus Bleicher bleibt beim SC Riessersee und nimmt die Herausforderung 2. Bundesliga an - Berthold Hartelt nicht mehr Co-Trainer

Was sich liebt, das neckt sich. Ein Sprichwort, in dem viel Wahres steckt. Von Liebe kann man im Fall von Ralph Bader und Marcus Bleicher freilich nicht sprechen. Die beiden unterhalten nur eine Geschäftsbeziehung. Bader ist der Chef, Bleicher der leitende Angestellte. Doch wenn man den Geschäftsführer der GmbH des SC Riessersee und den Trainer des Eishockeyteams im Umgang miteinander erlebt, erinnern die Szenen unweigerlich an das Sprichwort. Da zieht der eine den anderen auf, da wird gescherzt, und so richtig krumm nimmt dem anderen auch keiner etwas. Natürlich geht es auch anders. „Kritische Worte gehören dazu“, stellt Bader klar. Aber: „Insgesamt passt es einfach zwischen uns zwei.“

Die logische Konsequenz daraus ist ein neuer Vertrag für den Riesserseer Meistertrainer aus Füssen. Gestern besiegelten die beiden Verantwortlichen die weitere Zusammenarbeit symbolisch mit einem Handschlag. „Er hat es sich einfach verdient“, urteilt Bader über Bleichers Verdienste. „Er ist mit der Mannschaft Meister geworden, hat sie zum Aufstieg geführt und die Hauptverantwortung getragen.“

Das wird er auch in Zukunft - in der 2. Bundesliga. Eine Aufgabe, die Bleicher als Herausforderung sieht. „Dort oben pfeift ein anderer Wind“, weiß er. „Da sind die Gegner von einem anderen Kaliber, Fehler werden noch härter bestraft.“ Bange ist ihm aber nicht. Der 43-Jährige gibt sich selbstbewusst: „Ich habe schon gezeigt, dass ich in der zweiten Liga arbeiten kann.“ Damals als Trainer-Neuling beim SCR. Er marschierte mit dem Team in die Playoffs und scheiterte an Schwenningen in einer denkwürdigen Serie.

Eine solche Rückkehr in die 2. Bundesliga würde sich Bleicher wünschen. Doch er lässt das Projekt erst einmal ruhig angehen. „Wir sind der Aufsteiger, das darf niemand vergessen“, betont er. „Wir wollen erst einmal eine gute Vorbereitung absolvieren und dann gut reinkommen. Alles andere ist noch viel zu weit weg.“ Mit der Mannschaft, die derzeit auf dem Papier steht, kann er gut leben. „Ich war ja auch in alle Personalien eingebunden.“ Denn dass Bleicher und Bader gemeinsam weitermachen wollen, das steht schon länger fest. In den Verhandlungen ging es lediglich um Kleinigkeiten. Nicht ums Geld, das stellt der Manager sofort heraus. „Da gab es keine Pokerei.“ Dass Bleicher die Umstände beim SCR kennt, wertet der GmbH-Chef als großen Vorteil der Zusammenarbeit. „Er weiß, was bei uns möglich ist und was nicht. Da wird nicht in jedem Telefonat gejammert, dass er einen besseren Spieler haben will.“

Leicht ist der Job beim SCR nicht. Darüber sind sich beide im Klaren. „Wir können halt nur das ausgeben, was wir haben. Und damit wollen wir das Bestmögliche herausholen“, sagt Bleicher. Unterstützung hinter der Bande bekommt er in jedem Fall wieder - allerdings nicht mehr von Berthold Hartelt. „Er ist jetzt 63 Jahre alt, da will er sich die zweite Liga nicht mehr antun“, klärt Bader auf. Nach sieben Trainer als Co-Trainer ist also Schluss. „Er ist damals als ehemaliger Spieler auf uns zugekommen und hat gefragt, wo er helfen kann - seinen Einsatz muss man wirklich würdigen.“ Der Nachfolger könnte ein ehemaliger Spieler sein. „Wir wollen frischen Wind reinbringen. Die Gespräche laufen“, kommentiert Bader. Es muss wohl einer sein, der das harmonische Duo perfekt ergänzt. (cf)

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