Lux-Gelände am Murnauer Seidlpark: Wohnhäuser statt Hotel?

Murnau - Auf dem Gelände der ehemaligen Traditionsfirma Lux Plastic GmbH können nun wohl doch Wohnhäuser errichtet werden. Dies zeichnete sich im Bauausschuss ab.

Die Debatte über die künftige Nutzung des Areals, das am Nordrand des Seidlparks liegt, dauert schon Jahre. Die Lux Plastic GmbH stellte dort einst Büro-Produkte her. Die Gesellschaft, die aus dem Verlag Sebastian Lux hervorgegangen war, musste 2004 Insolvenz anmelden. Die heutige Lux GmbH befasst sich nur noch mit dem Vertrieb von Büroorganisations-Artikeln. Die Geschäfte führt Helmut Pfaffenberger. Eigentümer des rund 5000 Quadratmeter großen Firmenareals ist eine Besitzergesellschaft, die aus ihm und Gerhard Cichon besteht.

Die Gemeinde hätte dort gerne ein Hotel oder dergleichen gesehen. Doch dies ließ sich nicht realisieren. Im Flächennutzungsplan ist das Gelände für Kurzwecke reserviert. Die Eigentümer wollen dort allerdings vier Einfamilienhäuser hinstellen. Dies kann nicht verwundern, denn mit den Immobilien wären in dieser Top-Lage Spitzenpreise zu erzielen. Zuletzt sperrte sich der Bauausschuss im Juli gegen eine Wohnbebauung - unter anderem mit dem Hinweis, dass es sich um Außenbereich handle. Dort sind Bauvorhaben nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zulässig. Doch nun signalisierte das Landratsamt laut Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU), dass hier von einer Innenbereichslage auszugehen sei.

Michael Manlik (SPD) war ungehalten: „Seit mehr als einem Jahrzehnt hat jeder Gemeinderat eine Wohnbebauung abgelehnt.“ Das Landratsamt solle erklären, warum das Gelände plötzlich nicht mehr Außenbereich sei, forderte Manlik.

Die Kreisbehörde hat in dieser Frage eine andere Auffassung. Sie „hat für das betroffene Grundstück in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene bauaufsichtliche Genehmigungen erteilt“, erläutert Sprecher Wolfgang Rotzsche. Das Landratsamt und der Markt Murnau „sind im Rahmen dieser bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren im Hinblick auf die bestehende Bebauung und die bauplanungsrechtliche Lage des Grundstückes von einer Innenbereichslage ausgegangen und nicht von einer Lage im Außenbereich“. Unabhängig davon habe der Markt aufgrund seiner Planungshoheit das Recht, im Wege eines Bebauungsplanes die auf dem Grundstück zulässigen Nutzungen neu oder anders zu regeln, ergänzt Rotzsche.

Doch Gemeindevertreter sind skeptisch: „Letztendlich führt der klare Weg zu einer Bebauung“, fand Rapp. Dies sei „bitter und traurig. Wir haben alles getan, um das zu verhindern“.

Die Gemeinde hatte zuletzt ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob sich auf dem Lux-Gelände ein eigenständiges Hotel wirtschaftlich tragen kann. Der Hotel- und Gaststättenverband verneinte.

Auch im Gemeinderat kam das Thema zur Sprache. Manlik regte an, die Sache in dem Gremium zu behandeln, weil es sich um einen wichtigen ortsplanerischen Eingriff handle. Der Rat stimmte zu. Die Angelegenheit wird demnächst besprochen. (roy)

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