Neuer Lufthansa-Streik ab Juli: Es drohen Flugausfälle im Sommer

Neuer Lufthansa-Streik ab Juli: Es drohen Flugausfälle im Sommer

Wallgauer wollen ihr Dorf schöner machen

Wallgau - 120 Bürger waren beim Info-Abend zur Dorferneuerung, 45 engagieren sich in den Arbeitskreisen. Nur der Auftritt von zwei Wallgauern sorgte für Aufsehen...

Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU), die beiden Stadtplaner Rudolf J. Katzer und Anton Berger vom Büro Gesamtraum aus Bad Tölz und Hans Beigel vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) wollen die Bürger über das Dorferneuerungs-Programm informieren. Was Verantwortliche und Bürger beim Beginn der Veranstaltung nicht ahnen: Es wird noch heiß hergehen. Ihnen stehen hitzige Wortbeiträge und bizarre Auftritte bevor. Zahler wird es am Ende als Versammlung „unter schwierigen Umständen“ bezeichnen.

Projektleiter Beige betont gerade: „Ohne Bürgerbeteiligung keine Dorferneuerung.“ Immer wieder appellieren er, die Planer und der Rathauschef an die Wallgauer, bei den Arbeitskreisen mitzumachen. Beigel will seine Aussage aber „nicht als Drohung, sondern als Einladung“ verstanden wissen. „Sie haben die Chance, machen’s mit.“ Das ist sein Stichwort, Bernhard Neuner reicht es. „Es wird immer nur geredet und nichts passiert“, ruft der „Posthalter“ dazwischen. „Mir stinkt es, dass am Dorfplatz seit Jahren nichts vorangeht.“ Nur schwer ist er zu beruhigen. Zwar hatte Beigel nicht vom Dorfplatz, sondern vom gesamten Ort geredet, dennoch ist die sanierungsbedürftige Fläche das Dauer-Reizthema. Seit 20 Jahren versucht die Gemeinde, für die zentral gelegene Immobilie „Kirchenböbl“ mit der Raiffeisenbank eine Lösung zu finden - bislang ohne Erfolg.

Beigel versteht den Wink: „Ich merke, Sie sind eher Pragmatiker“, sagt er an die Gäste gewandt. Deswegen stellt er die Theorie hintenan und nennt Beispiele. Die Errichtung von Kleindenkmälern oder die Schaffung von Nahversorgung durch Dorfläden seien Aspekte, die in dem Projekt aufgegriffen werden könnten.

Weitere Fakten gibt es von den Stadtplanern: Die Vorbereitung in den Arbeitskreisen muss bis 31. Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein, bis 31. Januar 2013 muss ein fertiges Konzept beim ALE eingereicht sein. Während ihrer Ausführungen positioniert sich ein weiterer Bürger für den Protest: Dr. Josef Neuner. Der ehemalige Freie-Wähler-Gemeinderat geht ans Rednerpult, will den Stadtplanern das Wort entreißen. Der Bürgermeister greift ein. Auch die Gäste in der ersten Reihe reden auf ihn ein. Es hilft nur wenig. Immer wieder will er seine Meinung kundtun.

Die Wallgauer lassen sich nicht beirren. Sie wollen etwas tun für ihr Dorf. Insgesamt 45 Bürger tragen sich bei den Arbeitskreisen (1. Bebauung/Infrastruktur, 2. Freizeit/Tourismus, 3. Dorfleben/Jugend/Brauchtum, 4. Landwirtschaft/Energie) ein. Stadtplaner Katzer ist „ganz überwältigt“ von dem Engagement, und Beigel will fast „Eintrittskarten für den Arbeitskreis Bebauung verteilen“. 19 Wallgauer wollen dort mitwirken.

An der positiven Stimmung ändert auch der finale Auftritt von Bernhard Neuner nichts, der laut schimpfend den Saal verlässt. Ebenso verhallt die Befürchtung vom ehemaligen Freie-Wähler-Rathauschef Rudi Hirtreiter, dass auf die Bürger hohe Kosten durch die Dorferneuerung zukommen, nahezu ungehört. Zahler will „eine Lösung, die mit dem ganzen Dorf abgestimmt ist“. Und die Wallgauer ziehen mit.

Janine Tokarski

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Tunnel Farchant ist alles überwacht und gesteuert
Pferdekutschen, Rollstuhlfahrer, Wildbisler: Wer für den Farchanter Tunnel verantwortlich ist, erlebt Abenteuerliches – und hat es mit einem komplexen System zu tun. 
Im Tunnel Farchant ist alles überwacht und gesteuert
Wallgauer Wahrzeichen
Zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand haben die Wallgauer eine neue Schutzhütte auf dem Krepelschroffen. Nun erhielt der Unterstand seinen kirchlichen Segen.
Wallgauer Wahrzeichen
Der Borkenkäfer - kleiner Schädling mit großer Wirkung 
Wenn das Bohrmehl zu rieseln beginnt, ist dies ein Alarmsignal für Waldbesitzer. Schnelles Handeln ist dann geboten. 
Der Borkenkäfer - kleiner Schädling mit großer Wirkung 
Klinikums-Wohnungen im Alpenhotel Ohlstadt: Debatte über Stellplätze
Wo einst Touristen nächtigten, soll künftig Personal des Klinikums Garmisch-Partenkirchen wohnen. Der Gemeinderat Ohlstadt befürwortete jetzt den Umbau des Alpenhotels. …
Klinikums-Wohnungen im Alpenhotel Ohlstadt: Debatte über Stellplätze

Kommentare