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Wie bei einer Wallfahrt: Magdalena Neuner schreitet auf dem neuen Panoramaweg voran, begleitet von ihrem Vater Paul (r.) und rund 200 anderen Gästen.

Magdalena-Neuner-Trubel noch lange nicht vorbei

Wallgau - Jetzt hat sie sogar ihren eigenen Weg: Am Freitag eröffnete Olympiasiegerin Magdalena Neuner in Wallgau den gleichnamigen Panoramaweg. Mit dabei rund 200 Schaulustige.

Die Szenen gleichen einer Wallfahrt. Nur dass die Menschen vor dem Haus des Gastes nicht auf den Pfarrer warten, sondern auf Magdalena Neuner. Die hat für viele freilich fast schon den Status einer Heiligen, zumindest einer Königin, der Biathlon-Königin. Das wird klar, wenn man die Menschenmassen betrachtet. Die Anhänger, die ein Foto, eine Unterschrift von ihrem Idol erhaschen wollen, sprechen alle möglichen Dialekte, sind zum Teil von weit her angereist, tragen die Jacken des Neunerschen Fanclubs, sind in heller Aufregung. Es sind sicher um die 200, und sie haben alle gar nicht Platz in der kleinen Wirtsstubn. Dort gibt die Ehrenbürgerin Wallgaus eine kurze Pressekonferenz.

Die vielen Fans und Medienvertreter sind gekommen, weil Neuner an diesem Tag eine besondere Ehre zuteil wird: Sie darf ihren eigenen Panorama-Wanderweg feierlich eröffnen. Und bevor sie mit den Anwesenden die erste Wanderung in Richtung Krepelschrofen unternimmt, schildert sie schon mal ihre Eindrücke. „Ich finde, dass der Weg super geworden ist“, stellt sie klar. Auf 28 Tafeln, die an dem Weg auf rund drei Kilometern Länge verteilt sind, wird das Leben der Doppel-Olympiasiegerin und zwölffachen Weltmeisterin erzählt, werden Erfolge skizziert, gibt es teils intime Einblicke in die Vergangenheit. „Es hat auch Spaß gemacht, da mitarbeiten zu dürfen“, betont Neuner. „Ein paar Stunden durfte ich ja mit Christoph Schober am Computer sitzen.“ Und eines gab sie offen zu: „Es war gar nicht so einfach, sich noch genau an all die Erfolge zu erinnern. Ab und zu musste ich schon mal nachschauen.“ Wer will es ihr verübeln bei derart vielen Auszeichnung und Titeln.

Rund 20 000 Euro hat sich die Gemeinde den Magdalena-Neuner-Panoramaweg kosten lassen - die Hälfte kam vom Freistaat. Eine Investition, die sich lohnt. Davon ist Bürgermeister Hansjörg Zahler überzeugt. „Ich denke schon, dass das nochmal eine Attraktion ist.“ Und sobald die Ausschilderung von der Bundesstraße fertig ist, werde sich ganz bestimmt der eine oder andere dorthin verirren.

Magdalena Neuner eröffnet Panorama-Weg

Magdalena Neuner eröffnet Panorama-Weg

Neuner wird es sicher öfters tun. Denn ihr eigener Weg ist auch eine ihrer Trainingsstrecken. Und unterwegs mit den Laufschuhen ist sie immer noch sehr oft. „Vier- bis fünfmal die Woche mache ich Sport“, verrät sie. Vergangene Woche erst hat sie eine Sportuntersuchung über sich ergehen lassen. „Ich hab’ mein Herz durchchecken lassen.“ Das Ergebnis: „Alles normal. Ich bin sogar noch ziemlich fit, fast so wie vor einem Jahr zum Ende meiner Karriere.“

Den Beweis tritt sie kurze Zeit später gleich an. Strammen Schrittes marschiert die Ehrenbürgerin vorne weg. An ihrer Seite Papa Paul und Eva Möslein vom Fanclub. Dahinter die politischen Größen Wallgaus: Bürgermeister Zahler und sein Vize Karlheinz Schwaiger. Und dann die Traube an Menschen, die in Wallfahrtsmanier hinterhertappt. „Beim Bittgang sind es nicht halb so viele“, merkt Zahler scherzhaft an. An der ersten Tafel wird dann das Eröffnungsband durchtrennt, es gibt Blumen - und viele Fotos. Die Fans reißen sich derweil wie die Geier um ein Stück des weißblauen Bandes. Der Hype um die Biathlon-Königin, er ist noch längst nicht vorbei. cf

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