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Das Führungsteam des neuen Vereins: (v.v.l.) Fini Steingruber, Nicole Frey und Maria Hörtrich, (h.v.l.) Hannes Talke, Sebastian Burkart und Stefan Hoffmann.

Neuer Verein für alte Traditionen

Maibaumburschen: Verein mit vielen Madln

Großweil - Das ist wahre Gleichberechtigung: Von den 37 Gründungsmitgliedern des Maibaum-Burschenvereins in Großweil sind 16 junge Frauen.

Bislang gab es in Großweil einen lockeren Zusammenschluss der noch unverheirateten Burschen. Künftig soll aus der Gruppe eine handlungsfähigere, rechtlich abgesicherte Organisation werden. Ein Vorhaben, das auf Anhieb in die Tat umgesetzt werden konnte. Das Ergebnis: Ein neuer Verein wurde aus der Taufe gehoben und das mit 16 weiblichen Gründungsmitgliedern. Dazu passt der Name: „Maibaumburschen und Madln Großweil“.

Sie können nun guten Mutes der Aufstellung eines neuen Maibaums am 1. Mai 2017 entgegensehen. Die Fäden in der Hand hält dabei der 25-jährige Industriemechaniker Sebastian Burkart, der mit zwei Enthaltungen zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Er hatte eingangs die Gründe für die Schaffung eines eingetragenen Vereins erläuterte: Bisher war es so, dass die Gemeinde die Maibaumburschen beauftragt hat, den Baum aufzustellen. „Wegen leerer Kassen haben wir ab 2005 jährlich das Schneefest im Januar veranstaltet, bei dem der jeweilige Vorstand mit seinem eigenen Namen unterschreiben und somit haften musste. Das heißt, wenn etwas passiert wäre, müsste er für den Schaden gerade stehen – sogar mit seinem Privatvermögen“. Seit vier Monaten habe deshalb ein zu diesem Zweck einberufener Ausschuss die Gründung vorbereitet. „Wir haben uns hierfür die Satzungen der Burschenvereine aus Sindelsdorf, Habach und Ohlstadt geholt, davon Teile übernommen und an unsere Ziele angepasst.“ Hauptzweck des neuen Vereins sind laut der einstimmig angenommenen Satzung neben dem Aufstellen des Maibaums die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession und eben das Schneefest. Überdies sollen überlieferte Tradition und Brauchtum weitergeführt, der Zusammenhalt und die Jugendarbeit gefördert werden.  Alle Vereinsämter, unterstrich der Vorsitzende, würden ehrenamtlich ausgeübt. Und: „Sobald ein Mitglied heiratet, muss es den Verein verlassen.“ Anders ist es bei einem Wohnortwechsel. Auch werde kein Jahresbeitrag erhoben, die Mitgliedschaft ist kostenlos. Der Vorsitzende hofft, bis in etwa zwei Monaten vom Amtsgericht grünes Licht für den Eintrag ins Vereinsregister zu erhalten. Als nächste Veranstaltung kündigte er das Schneefest am 14. Januar an, das erstmals nicht auf dem Eisstockplatz, sondern zwischen dem Trachtenheim und der Eisbahn ausgerichtet werde.

Keine Illusionen machte sich Burkart zu den Wetterprognosen: „Den Schnee für die Bar bringt vermutlich ein Lastwagen.“ Im April stünde die Fällung des alten Maibaums an, dazu die Restaurierung der Zunftzeichen. Das Binden der Girlanden falle den weiblichen Mitgliedern zu. Burkarts Fazit: „Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit und schöne, griabige Stunden.“

Der Vorstand

Vorsitzender: Sebastian Burkart, Stellvertreter: Hannes Talke; Kassier: Stefan Hoffmann, Stellvertreter: Nicole Frey; Schriftführer: Maria Hörtrich, Stellvertreter: Fini Steingruber; Kassenprüfer: Gerhard Wagner, Stellvertreter: Simon Bierling; Fähnriche: Lukas Frey und Phillip Kastenmüller.

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