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Sport war sein Leben: Manfred „Manni“ Milchreiter startete zu seinem morgendlichen Berglauf und war kurze Zeit später tot.

Sportskanone bricht zusammen und ist tot

Die letzte Erinnerung: ein Kuss von "Manni"

Mittenwald - Manfred Milchreiter (47) wurde buchstäblich aus dem Leben gerissen. Freunde und Kollegen starten nun eine Hilfsaktion für seine Lebensgefährtin und Tochter.

Fragt man Freunde, Kollegen und Familie, war Manfred „Manni“ Milchreiter jemand, der immer mit 150-prozentiger Leidenschaft bei der Sache war. Sie schätzten den Mittenwalder, der bei Sport Conrad seit fünf Jahren die Snowboard-Abteilung in der Garmisch-Partenkirchner Filiale leitete, vor allem für seine Hilfsbereitschaft, seine Kompetenz, seine Passion zum Sport und seinen ausgeprägten Sinn für Humor. Diese Eigenschaften müssen sie nun missen. Anfang April dieses Jahres wurde Milchreiter mit nur 47 Jahren plötzlich aus dem Leben gerissen.

Bei seinem morgendlichen Berglauf von Mittenwald zu seinem Arbeitsplatz nach Garmisch-Partenkirchen brach der passionierte Sportler und ehemalige Bundeswehrsoldat zusammen und starb kurze Zeit darauf im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Neben vielen Freunden und Kollegen hinterlässt er seine langjährige Lebensgefährtin Marion Gast und die gemeinsame neunjährige Tochter Samara.

„Das letzte was ich von ihm in Erinnerung habe, ist der Kuss, den mir Manni gab, bevor er sich auf den Weg zur Arbeit machte“, sagt Gast. Der Schock über die unerwartete Todesnachricht sitzt bei ihr und ihrer Tochter immer noch tief. „Zwar wird man durch den Alltag und die ganzen Dinge, die es nun zu organisieren gilt, abgelenkt“, sagt die 44-Jährige. „In ruhigen Momenten holt es einem aber immer wieder ein, dass Manni nicht mehr nach Hause kommen wird.“

Es sind wahrlich keine einfachen Zeiten, die Gast gerade durchstehen muss. Viele Behördengänge und Gespräche mit Versicherungen muss sie absolvieren. Vieles gestaltet sich als kompliziert, weil sie und ihr Lebensgefährte zwar 22 Jahre eine Beziehung führten, jedoch nicht verheiratet waren. Das kostet viel Kraft. „Im Nachhinein hätten wir bezüglich der Absicherungen im Falle eines Todesfalles besser vorsorgen müssen“, sagt die gelernte Konditorin. „Doch wenn man gesund ist, denkt man einfach nicht daran, dass etwas passieren könnte.“

Durch diese schweren Zeiten helfen ihr die Familie, Freunde, ihre beiden Chefs in Mittenwald sowie der Arbeitgeber ihres verstorbenen Lebensgefährten. Letzterer richtete sogar ein Spendenkonto ein, um die Familie finanziell zu unterstützen. „Von jeder Seite kommt so viel Hilfsbereitschaft und Verständnis. Das hilft uns ungemein.“

Gast will nach vorne schauen. Auch wenn das nicht ganz einfach ist. Um mit der Trauer besser umgehen zu können, versucht sie, sich mit Freunden und ihrer Tochter vorwiegend an die vielen positiven Erlebnisse mit „ihrem Manni“ zu erinnern. „Das wäre auch in seinem Sinn gewesen. Schließlich war er immer für einen Spaß zu haben.“

Es freut sie, dass ihn auch seine vielen Freunde so im Gedächtnis behalten wollen. Mitglieder seiner Mittenwalder Radlgruppe gedenken ihres Freundes regelmäßig am Pleisen im Karwendelgebirge – an der Stelle an dem die Sportskanone Manni immer vom Mountainbike absteigen musste. Humorvolle Gesten wie diese zaubern Gast wieder ein Lachen aufs Gesicht. „So etwas hätte dem Manni gefallen. Das weiß ich ganz genau."

Magdalena Kratzer

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