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Das Abrams-Areal von oben.

Interesse an Abrams-Komplex

Leifheit-Stiftung: Gemeinde engagiert Projektmanager

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Garmisch-Partenkirchen  - Das alte Finanzamt hat sich der Markt Garmisch-Partenkirchen bereits gesichert. Das Gleiche hat er mit dem General-Abrams-Komplex vor. Der Gemeinderat entscheidet darüber noch im April. Ob dazu das Leifheit-Sondervermögen genutzt werden kann, ist jetzt zu klären.

Das Vermächtnis von Ingeborg und Günter Leifheit birgt Chancen für Garmisch-Partenkirchen, die einmalig sind. Den Willen des Ehepaars, das Senioren und pflegebedürftigen Menschen in seiner Wahlheimat Gutes tun wollte, in seinem Sinn umzusetzen, ist eine hochkomplizierte Aufgabe. Seit Monaten beschäftigen sich diverse Gremien mit der Frage, wie können die 57 Millionen Euro, die auf einem Konto der Gemeinde schlummern, sinnvoll eingesetzt werden. „Wir sind in etlichen Sackgassen gelandet“, räumt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ein. 

Die Erkenntnisse, die sie und die Experten aus dem Gemeinderat – Rechtsanwältin Elisabeth Koch, die Steuerberater Claus Gefrörer (beide CSU) und Florian Hilleprandt (CSB) sowie seit neuestem Physiker Dr. Stephan Thiel – daraus gewinnen konnten, nennt sie allerdings lehrreich. Dadurch sei nun klar, welche Probleme noch zu lösen seien, um „das Leifheit-Vermögen nachhaltig einzusetzen“. Diese Aufgabe begleitet auch Professor Rudolf Faltermeier (Rechtsanwalt und Steuerberater). Im Gemeinderat präsentierten er und die vier Fachleute aus den Reihen der Kommunalpolitiker einen Sachstand. Zudem beschloss das Gremium in seiner nichtöffentlichen Sitzung, einen juristischen Projektmanager zu engagieren.  

Gemeinde muss Angebot für Abrams bis Ende April abgeben

Der Auftrag geht an Dr. Jürgen Busse, Jurist aus Starnberg, der von 1996 bis 2015 als Geschäftsführer des Bayerischen Gemeindetags fungierte. „Er nimmt uns quasi an der Hand“, betonte Meierhofer. Will heißen: Busse prüft alle Pläne, die der Markt bereits mit dem Leifheit-Geldern geschmiedet hat und eruiert, ob das zum Willen des Ehepaars passt und wie es juristisch umgesetzt werden kann. Einer der ersten Punkte, den er unter die Lupe nehmen muss, ist die Idee, den General-Abrams-Komplex aus Mitteln des Sondervermögens zu erwerben. Auf diesen 44 000 Quadratmetern – „städteplanerisch ein enorm wichtiges Grundstück für uns“, betont Koch – sollen ein Bildungszentrum für Kranken-, Kinder- und Pflegeberufe sowie ein Seniorenheim entstehen. Noch ist nicht klar, ob das zum Willen der Leifheits passt. 

Ein Angebot für dieses Gelände, das seit der Rückgabe durch die Amerikaner in den Händen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) liegt, muss die Gemeinde aber schon jetzt abgeben. „Die Frist läuft Ende April ab, weshalb wir noch in diesem Monat einen Beschluss im Gemeinderat fassen müssen“, verdeutlicht Meierhofer das Vorgehen. Parallel dazu werde der Antrag der CSU-Fraktion geprüft, diese Fläche über die Bayerngrund zu finanzieren. Ein Vorstoß, den die Bürgermeisterin gutheißt: „Wenn es mit Leifheit nicht geht, müssen wir’s selber schaffen.“ Zudem könne die Gemeinde dann auch freier über die Liegenschaft verfügen. Ein zweiter Punkt, dem sich Busse schnellstmöglich annehmen muss, ist der Kauf des Alten Finanzamts. Der ist bereits beschlossene Sache, die Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern laufen und auch die Idee, ein Zentrum für Senioren an der Von-Brug-Straße zu installieren, passt zum Willen der Leifheits, Was derweil unklar ist, ist die Frage, ob der Markt die siebenstellige Summe dafür einfach aus dem Sondervermögen nehmen darf. Zudem muss dafür wie auch für die Vorhaben, die auf dem Abrams-Komplex realisiert werden können, ein Grobkonzept erstellt und ein Projektsteuerer engagiert werden. 

Meierhofer ist zuversichtlich, dass all diese Fragen mit Busses Hilfe gelöst werden können. „Unsere Chance ist, mit den Leifheit-Millionen etwas zu realisieren, von dem auch künftige Generationen profitieren.“ Davon ist auch Busse überzeugt: „Die Bürger werden sehen, dass hier etwas Gutes für sie entsteht“, meint er. Das zu begleiten, sei eine „spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue“.

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