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Wichtiger Standort für das Fernwärme-Netz: Im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum soll ein Blockheizkraftwerk entstehen. 

Großprojekt zur Energiewende

Markt Murnau investiert in Fernwärme

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Murnau - Die Marktgemeinde Murnau plant ein großes Fernwärme-Netz, das eines Tages das gesamte Ortszentrum versorgen soll. Der Gemeinderat beschloss jetzt den Bau von zwei wichtigen Leitungstrassen.

Holger Poczka, Fraktionschef des ÖDP/Bürgerforums, ließ sich in der jüngsten Sitzung des Murnauer Gemeinderats die Stimmung nicht vermiesen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon ahnte, dass noch eine hitzige Auseinandersetzung zum Streitthema „Bürgerbeirat“ anstand. „Ich werde heute feiern“, sagte der Kommunalpolitiker. Denn: „Wir haben den Grundstein für die Zukunft gelegt.“ Diese Einschätzung dürfte nicht übertrieben gewesen sein. Denn in der Tat segnete das Gremium zwei Bauvorhaben ab, die den Ort auf dem Gebiet der Energiewende ein gutes Stück voranbringen werden.

Es geht um den Aufbau eines Fernwärme-Netzes im Ortszentrum. Konkret sollen zwei große Leitungen entstehen: von der Seidl-Grundschule über den Gemeinde-Kindergarten zum Marktarchiv und vom Kultur- und Tagungszentrum (KTM) zum Rathaus. Diese kommunalen Einrichtungen sind dann auch die ersten großen Abnehmer. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 860 000 Euro inklusive der Technik, wobei mit staatlichen Zuschüssen gerechnet wird. Noch heuer sollen die Arbeiten beginnen. Wie berichtet, wurde vergangenes Jahr bereits von der Seidl-Grundschule eine Leitungstrasse zum alten Gemeinde-Krankenhaus gelegt.

Die Marktgemeinde ist kein Neuling in Sachen Fernwärme. Im Kemmelpark gibt es bereits seit Jahren solch ein System. Das Prinzip ist bekannt: Das erhitzte Wasser gelangt in wärmegedämmten Rohren direkt in die Gebäude der Abnehmer. Abgerechnet wird, ähnlich wie beim Strom, der Wärmeverbrauch. Die Kunden sparen sich beispielsweise die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten einer Heizung, müssen aber Anschlussgebühren bezahlen. In der Seidl-Grundschule ist eine Hackschnitzelanlage im Einsatz, für das KTM soll ein Blockheizkraftwerk angeschafft werden, das mit Gas Strom und Wärme erzeugt. Auf diese Weise sollen erneuerbare Energien gefördert beziehungsweise fossile Brennstoffe effizienter genutzt werden. Beides dient dem Klima- und Umweltschutz.

„Ich halte das für einen wegweisenden Schritt, die Energieversorgung zukunftsfähig zu machen“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Seine Vision: Ein Fernwärmenetz, das das gesamte Ortszentrum versorgt – vom alten Gemeinde-Krankenhaus im Süden bis zum Kemmelpark im Norden. Solch ein Ausbau – die Kosten dürften in die Millionen gehen – sei ein Projekt über ein bis zwei Jahrzehnte, betont Beuting. Entscheidend sei, dass sich möglichst viele private Abnehmer schrittweise andocken. Denn: Je mehr mitmachen – im Idealfall alle – , desto wirtschaftlicher wird das Ganze. Der Rathaus-Chef ist davon überzeugt, dass sich dies für alle Beteiligten rechnet. Für die Gemeinde als Investor sei das Unternehmen Fernwärme kein Zuschussgeschäft, stellt er klar. Die beiden vom Gemeinderat beschlossenen Leitungen könnten von Anfang an wirtschaftlich betrieben werden. Und es wird dabei gleich an die Erweiterungsmöglichkeiten gedacht: Im Zuge der Sanierung des KTM-Vorplatzes sollen Anschlüsse gelegt werden – etwa für eine Fortführung über die Bahnhofstraße oder Petersgasse in Richtung Kemmelpark.


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