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Die Lüftungsanlagen des Saals im Gasthof Zum Stern und im darunter liegenden Schießstand bereiten Sorge.

Lüftungsanlage ist veraltet

Gasthof Stern: Sanierung wird teuer

Seehausen - Es klingt auf den ersten Blick harmlos. Doch die Erneuerung der Lüftungsanlage im Seehauser Gasthof Stern könnte der Gemeinde hohe Ausgaben bescheren. Kosten von 500 000 Euro stehen im Raum.

Der Zustand der Lüftungsanlagen für den großen Saal und den Schießstand im Untergeschoss des Seehauser Gasthofes Zum Stern treibt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) und den Mitgliedern des Gemeinderates Sorgenfalten auf die Stirn. Das Haus befindet sich im Eigentum der Kommune. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die über 30 Jahre alten Anlagen veraltet und folglich nicht mehr ausreichend wirksam sind.

    In der Ratssitzung erläuterte der Rathauschef ausführlich die Schwachpunkte der Lüftung, wobei er besonders dramatisch die Zustände im Schießstand schilderte: „Da ist dringender Handlungsbedarf. Wir haben dort eine Luftfeuchtigkeit von 85 bis 90 Prozent, die vermutlich auf Haarrisse in den Außenwänden zurückzuführen ist, zumal der Keller mitten im Grundwasserbereich steht. Einen Haarriss haben wir bereits in einem Lagerraum entdeckt und abgedichtet.“

   Im Gespräch mit dem Tagblatt wurde der Bürgermeister noch konkreter: „Die dort vorhandenen Luftentfeuchter laufen ständig und filtern jeden Tag einen halben Eimer voll Wasser aus der Luft. Wir brauchen im Schießstand aber nicht nur leistungsfähigere Entfeuchter, sondern auch eine erheblich größere Lüftungsanlage.“ Das gleiche gelte für den großen Saal der Gaststätte: „Wegen der schlechten Lüftungsverhältnisse werden von den Nutzern öfters die Fenster geöffnet, wobei es zwangsläufig Probleme mit den Nachbarn wegen des Geräuschpegels gibt.“ Größere, stärkere Lüftungsanlagen benötigen allerdings auch mehr Raum als bisher. Diplom-Ingenieur Franz Weber aus Bad Tölz wird voraussichtlich noch im Dezember dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung sein Konzept für die Installation moderner Belüftungsanlagen für den Gasthof vorstellen. „Wir haben mit Weber bereits mehrfach gut zusammengearbeitet“, unterstrich Hörmann, so etwa bei der Planung der Wohnanlage am Brunnenanger.

    Das Ganze wird nach seinem Dafürhalten nicht billig: So rechnet er mit einer Summe von rund einer halben Million Euro. Entscheidend dabei sei die Platzierung der Lüftungsaggregate. „Man kann sie im Saal aufhängen oder im Dachboden darüber anbringen, wofür vielleicht sogar eine Anhebung des Kniestocks und somit des ganzen Daches nötig wird“, sagte der Bürgermeister. Auch ein Anbau an das Haus wäre denkbar. Die Schaffung eines weiteren Kellerraumes hierfür wäre nach seiner Meinung die schlechteste Lösung: „Das ist die pflegeintensivste Variante.“ Allerdings stehe die Gemeinde bei dem Vorhaben noch völlig am Anfang, betonte er: „Das ist ein Thema, das frühestens Mitte nächsten Jahres zu einer Lösung führen kann.“ Die Arbeiten könnten in der ruhigen Zeit im Herbst 2017 ausgeführt werden. 

   Auch in der Küche und in den Gasträumen des Stern stehen längerfristig Überholungsarbeiten an den alterstypisch schwächelnden Lüftungen an. Dort sind die Probleme jedoch nicht so gravierend. Außerdem schwebt Hörmann eine energetische Ertüchtigung der sanitären Anlagen vor. Auch die Heizung, die momentan teils vom Nahwärmenetz, das von einer Hackschnitzelanlage in der Turnhalle sowie von einem älteren Gaskessel gespeist wird, solle an die modernen Anforderungen angepasst werden. Die Kosten schätzt er auf einen knapp sechsstelligen Betrag.

Heino Herpen

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