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Strittige Route: An diesem Weg in der Nähe des

Genehmigung für Strecke durch Naturschutzgebiet

Umweltministerin Scharf muss Machtwort sprechen

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Oberes Isartal - Bei der Routenplanung für die Wanderveranstaltung „24 Stunden in Bayern“ traten Probleme auf. Anscheinend waren sie so dringend zu bereinigen, dass Ausrichter und Amtsvertreter im Umweltministerium auf der Matte standen.

Am liebsten würde keiner mehr ein Wort darüber verlieren und den Vorfall einfach unter den Tisch kehren. Als ob nie etwas gewesen wäre. Doch bei den Vorbereitungen der Großveranstaltung des Jahres, den „24 Stunden von Bayern“ am 25. und 26. Juni, gab es Komplikationen. Probleme bürokratischer Natur. Zwei Parteien standen sich uneins gegenüber: Ausrichter versus staatlicher Naturschutz. Für eine Lösung reichte der kurze Dienstweg nicht aus. Das gipfelte darin, dass sogar Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) intervenieren musste. Und das alles nur wegen einer einzigen Route.

Eine ganze Delegation, bestehend aus den drei Isartaler Bürgermeistern, dem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, Landrat Anton Speer inklusive Mitarbeiter, Vertreter der Regierung von Oberbayern sowie des Ministeriums, passierte bei Scharf in München ein, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Die Veranstalter haben im Vorfeld den üblichen Genehmigungsablauf beschritten, die Strecken für das Wander-Spektakel auch vor Ort vorgestellt. Eine Variante sorgte für ein Problem. Bei dem Forstweg hinter der Mittenwalder Standort-Schießanlage am Isarhorn bekamen sowohl die Untere Naturschutzbehörde, die beim Landratsamt angesiedelt ist, als auch die Regierung von Oberbayern als Höhere Naturschutzstelle, Bauchschmerzen.

Route führt durch Naturschutzgebiet

Bemerkenswert, nachdem Landrat Speer von Anbeginn ein Unterstützer des Events ist und der Veranstaltung bei Vorgesprächen stets zugestimmt hat. Doch in puncto Streckenführung müssen seine Mitarbeiter Einwände äußern, rein aus rechtlichen Gesichtspunkten. Der Grund: Die Tour würde durch das Naturschutzgebiet „Karwendel und Karwendelvorgebirge“ führen. In diesem Fall greift die Schutzgebiet-Verordnung, die Volksläufe und -märsche verbietet. Gespräche mit den Veranstaltern folgten, ob die 444 angemeldeten Teilnehmer nicht auf anderen Pfaden ohne entsprechende Einschränkung wandern könnten. Das Problem: „Wir haben keine Ausweichroute“, sagt Sabrina Blandau. Außerdem betont die Geschäftsführerin der Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel, dass man bei den „24 Stunden von Bayern“ die Schönheiten der Gegend darstellen möchte. Einzige Option: Die Regierung von Oberbayern sorgt für eine naturschutzrechtliche Befreiung.

Überraschend ereilte die Veranstalter das Problem nicht. Kommt in einer Region, die wegen ihrer Schönheit und ihrer zahlreichen Naturschutzgebiete fast so etwas wie einen Reservatscharakter einnimmt, schließlich öfters vor. Sowohl Blandau als auch Adolf Hornsteiner (CSU) rechneten mit den Bedenken der Behörden. „Es ist bekannt, dass das Obere Isartal mit einer Vielzahl von Schutzgebieten belegt ist“, sagt Mittenwalds Bürgermeister. „Das hat Auflagen zur Konsequenz.“

Umweltministerin Ulrike Scharf in der Vermittlerrolle

Dass aber eine Umweltministerin wegen einer einzigen fragwürdigen Route eines Events von Bayern Tourismus, das vom Wirtschaftsministerium unterstützt wird, vermitteln und ein Machtwort sprechen muss, das fällt eher unter die Rubrik Kuriositäten. Das räumt sogar Hornsteiner ein. „Das war ein ungewöhnliches Treffen.“ Aber laut Blandau unumgänglich. „Wir hatten Zeitdruck, und es war dringend nötig, dass eine Entscheidung herbeigeführt wird.“ Außerdem, ergänzt Hornsteiner, seien sie lösungsorientiert unterwegs gewesen.

Mit einer Reihe an Argumenten versuchten die Befürworter, in München zu punkten. Es sei eine einmalige Veranstaltung, die auf sanften und nachhaltigen Tourismus setzt, oder sie führe zu einer Sensibilisierung für den Naturschutz, um nur zwei zu nennen. Eine Meinung hinter der Wallgaus Rathauschef und Aufsichtsrats-Vorsitzender der Alpenwelt Karwendel, Hansjörg Zahler (CSU) felsenfest steht. „Das ist eine Veranstaltung für Umweltbildung“, betont er auf Tagblatt-Nachfrage. Das Ende vom Lied: Die Bedenken seitens der Naturschutzbehörde konnten entkräftet werden. Scharf gibt Grünes Licht für die geplante Streckenführung durch das sensible Gebiet.

„Die Prüfung durch die zuständigen Behörden vor Ort hat ergeben, dass es keine zumutbare Alternative für die Routenführung in dem betreffenden Streckenabschnitt gibt“, teilt ein Sprecher des Umweltministeriums mit. „Der für die Durchführung der Wanderung erforderliche Bescheid der Regierung von Oberbayern steht kurz vor dem Abschluss.“

Erleichterung bei den hartnäckigen Organisatoren. Die Reise nach München bereuen sich natürlich nicht. „Auch wenn der Weg nicht alltäglich war, für mich zählt das Ergebnis“, sagt Hornsteiner. „Und das ist ein gutes.“ Über die freudigen Nachrichten lässt sich eben besser reden.

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