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Verzichtet auf einen Listenplatz der Bayern-FDP: Martin Schröter.

Entscheidung nicht aus gekränkter Eitelkeit

Schröter verzichtet auf FDP-Listenplatz

Die Chancen stehen nicht gerade gut, in den Bundestag einzuziehen. Doch Martin Schröter will trotzdem das Duell mit Alexander Dobrindt (CSU) aufnehmen. Die Strategie für den Wahlkampf steht.

Landkreis – Die Wahrscheinlichkeit, dass Martin Schröter aus Garmisch-Partenkirchen im nächsten Bundestag sitzt, geht gegen Null. Zum einen bewirbt sich der FDP-Politiker im erzschwarzen Wahlkreis 226 als Direktkandidat, den seit 1949 ausschließlich die CSU (Franz-Josef Strauß, Michaela Geiger und Alexander Dobrindt) gewonnen hat. Zum anderen verzichtet der Mann aus der Deutschen Botschaft in Luxemburg nun sogar auf einen Listenplatz der Bayern-FDP.

Zu diesem Schritt hatte sich Schröter auf dem Wahlparteitag im fränkischen Neustadt an der Saale entschieden. Das will er nicht aus gekränkter Eitelkeit getan haben, weil die besten Listenplätze schnell an andere vergeben waren. „Frust ist nicht meine Eigenschaft“, versichert der Diplomat. Trotz der Aussichtslosigkeit im Duell gegen Bundesverkehrsminister Dobrindt geht der 56-Jährige mit vollem Elan in die Auseinandersetzung. „Ich werde einen exzellenten Wahlkampf hinlegen“, verspricht der streitbare Liberale, der mit seinen Auftritten im Garmisch-Partenkirchner Marktgemeinderat und im Kreistag schon mal aneckt.

Apropos Kommunalpolitik: „Unser Wahlkampf wird voll lokal sein“, erläutert Schröter seine Strategie. „Wir können thematisch zuspitzen und den Großen Beine machen.“ Dabei geht es ihm primär um bezahlbaren Wohnraum in der Region. Entdeckt da ein Liberaler, der obendrein für die Wiedereinführung der Eigenheim-Zulage plädiert, seine sozialdemokratische Seele? Was könne er dafür, „wenn die SPD ihre Gene vergisst“, kontert Schröter.

Doch auch die andere Volkspartei nimmt der forsche FDP-Mann ins Visier. „Die CSU ist schwach und hat immense Probleme.“ Als Beispiel dafür nennt er das Machtvakuum, das entsteht, falls Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer einmal abtreten sollte. Immer wieder will Schröter in diese offene Flanke stoßen. „Denn viele Füchse sind des Hasen Tod.“ Nach Kapitulation hört sich das nicht an.


Christof Schnürer

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