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Traditionelle Kostüme und Holzmasken: Das sind die Markenzeichen der Maschkera. Auf dieser Archivaufnahme sind die Schellenrührer im Untermarkt zu sehen.

Highlight der Faschingssaison

Maschkera-Treiben in Murnau: Lautstark den Winter verjagen

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Murnau - Murnau zählt sicherlich nicht zu den Faschingshochburgen. Dafür wird im Markt die Tradition der Maschkera gepflegt, die symbolisch den Winter austreiben. Heuer soll beim Feiern das Publikum stärker miteinbezogen werden.

Die Brauchtumspflege hat es Martin Bergmeister angetan: Der 34-jährige Murnauer, der als Religionslehrer arbeitet und für die CSU im Gemeinderat sitzt, engagiert sich in etlichen Traditionsvereinen, angefangen bei den Trachtlern bis hin zu den Schäfflern und Gebirgsschützen. Seine große Leidenschaft ist das Maschkera-Treiben im Ortszentrum, das er heuer wieder organisiert.

Das Spektakel, das gerade im Werdenfelser Land weit verbreitet ist, wurde in Murnau 1978 wiederbelebt. Die Wurzeln dürften aber wesentlich älter sein. Bergmeister vermutet, dass es das Fastnachtsritual bereits vor vielen Jahrhunderten gab. Der Ursprung dieser närrischen Ausgelassenheit liegt in einem alten heidnischen Brauch. Unsere Urahnen wollten mit Lärm und grotesken Masken die kalte Jahreszeit und die bösen Geister aus ihren Orten verscheuchen. „Es geht darum, dass das Frühjahr kommen soll“, fasst Bergmeister zusammen.

An dem Umzug durch Murnaus „gute Stube“ beteiligen sich rund 70 Mitstreiter, ein „zusammengewürfelter Haufen“, wie Bergmeister erklärt. Viele davon sind im Trachtenverein aktiv. Die Gaudi am Faschingssonntag, 26. Februar, beginnt um 14 Uhr.

Die wilden Gesellen marschieren nicht nur durch die Fußgängerzone, sie kehren auch in den drei Traditionswirtshäusern des Ortes – Karg, Griesbräu und Pantl- bräu – ein. Heuer gibt es bei der Reihenfolge eine Neuerung: Der erste längere Halt ist im Griesbräu. Der Hintergrund: Dort ist laut Bergmeister ausreichend Platz, damit auch Zuschauer mitfeiern können. „Wir wollen die Leute mitnehmen“, betont der Organisator – und Fröhlichkeit in den Markt bringen.

Die Maschkera, die von zwei Musikkapellen begleitet werden, sind in Gruppen aufgeteilt, die verschiedene Figuren darstellen. Da gibt es beispielsweise die Schellenrührer in ihren blauen Arbeitshosen mit den roten Trägern, die Hexen in ihren weiten Röcken und mit Besenstielen ausgestattet oder die Untersberger Mandl. Jede dieser Fantasie-Gestalten hat ein aufwändiges Kostüm und natürlich – das ist typisch für diesen Faschingsbrauch – eine Holzlarve als stilisiertes Gesicht. „Es hat etwas Geheimnisvolles. Man weiß nicht, wer dahintersteckt“, sagt dazu Bergmeister. Das Unerkanntsein mache den Reiz aus.

Die geschnitzten Einzelstücke mit den kräftigen Farben und übergroßen Augen sind mitunter Jahrhunderte alt und werden von Familien wie Schätze gehütet. Die meisten Masken verraten eine geübte Hand und sind kleine Kunstwerke. Eingefleischte Maschkera tauschen sie auch mal.

Übrigens: Das bunte Treiben am Faschingssonntag ist nicht deren einziger Auftritt. Auch am Unsinnigen Donnerstag, 23. Februar, sind sie beim „Gungeln“ in den Wirtshäusern unterwegs.

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