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Andreas Hofer lässt grüßen: Eine geradezu furchteinflößende Szene mit einem französischen Soldaten (Thomas Hornsteiner) an der Spitze, einem Mönch (Stefan Gerlach) und Tiroler Freiheitskämpfern stellt der Historische Spielmannszug nach.

Mittenwald im Faschingsfieber

Alles - nur kein Gaudiwurm

Mittenwald - Ein Farbtupfer – das war am Sonntag der Mittenwalder Maschkera-Zug. Tausende Schaulustige sind dazu ins Zentrum gekommen. Sie erlebten eine bunte Fosnachts-Parade.

Eines war den Organisatoren von Anfang an wichtig: „Das wird kein Gaudiwurm, sondern ein reiner Maschkera-Zug“, verdeutlicht OK-Mitglied Matthias Wurmer. Wochenlang haben der „Schmitzer-Hias“ und seine Freunde an einem schlüssigen Konzept getüfftelt. Und mobilisiert haben sie wie keine anderen, damit die bunte Parade am Faschingssonntag zu einem stimmigen Konglomerat farbenprächtiger Gruppen wird.

Experiment gelungen, kann man ob des publikumsträchtigen Spektakels nur sagen. Tausende Schaulustige hatten sich gestern am frühen Nachmittag entlang der Strecke am Straßenrand postiert. Im Gegensatz zum Auftritt der Schellenrührer am Unsinnigen Donnerstag, bei dem sich das Maschkera-Treiben auf den Obermarkt beschränkt, zog die bunte, närrische Schar vom Bahnhof über die gleichnamige Straße und weiter über die Hochstraße ins Gries. An der dortigen Geige wendeten die Teilnehmer und zogen bis zum Klotz-Denkmal und bogen dann nach rechts in den Obermarkt ab.

Sehenswert waren die rund 15 Gruppen allemal. Angeführt von den Vorreiterin des Fiakervereins und dem Standarten-Träger folgten die Mitglieder des Historischen Spielmannszugs als Tiroler, die zu Zeiten von Freiheitskämpfer Andreas Hofer Napoleons Franzosen erbitterte Kämpfe geliefert hatten. Dieser Maschkera-Zug, den es auf diese Art zuletzt in den 1960ern am Fosnochtsmontag gegeben hatte, war also auch eine kleine Geschichtsstunde. Was ebenso die historischen Sommerfrischlerinnen als winkende Zuschauerinnen wunderbar herüberbrachten.

Mit dabei waren zudem Goaßlschnalzer, fahrendes Volk, Wiesmahd-Leute (Goaßerer), ein Wagen mit dem Thema Gunglstube, die Fingerhakler als Schweizer, die Musikkapelle im Fleckerlg’wand, die sogenannten Vogellocker um Hannes Hornsteiner (Hofschmid) und die Gebirgsschützen als Waldmannlan. Und dann gab’s da noch einen Wagen mit einem in Matthias-Klotz-Manier sinnierenden Gemeindeoberhaupt mit der Zither in der Hand.

Fotos vom Maschkera-Zug durch Mittenwald

Ein Schwenk in die Gegenwart wurde zudem mit der Gruppe „Wiesmahd 2016“ gemacht. Die eifrigen Mannsbilder brauchen zu dieser Arbeit schon lange keinen Rechen mehr. Sie haben, wie es sich für einen Luftkurort gehört, einen ohrenbetäubenden Laubbläser im Einsatz. 

Hubert Hornsteiner

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