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Mediendorf in Kaserne: Angst um Zukunft des Bundeswehr-Standorts

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Soll Journalisten beherbergen: das Gelände der Werdenfelser Kaserne in Murnau. Foto: her

Murnau - Die Pläne, ein olympisches Mediendorf in der Werdenfelser Kaserne in Murnau anzusiedeln, schrecken manchen Lokalpolitiker auf. Ungemach wird nicht ausgeschlossen.

Die Werdenfelser Kaserne rückt in den olympischen Fokus: Am Montagvormittag erst filmte wieder ein Fernsehteam an den Außenmauern des Murnauer Bundeswehr-Standorts. Das Gelände könnte nach den neuesten Plänen Standort des Mediendorfs für Journalisten aus aller Welt werden. Lokalpolitiker reagieren gespalten. Eine vage Befürchtung aber scheint viele zu einen: die Angst um den Militär-Standort, der schon vor Jahren um ein Haar beerdigt worden wäre.

In Michael Manliks Augen jedenfalls wirft die Nachricht von der Mediendorf-Variante in Murnau jede Menge Fragen auf: „Wohin sollen die Soldaten in der Zeit der Olympischen Spiele - oder fällt der Standort dann weg mit langfristigen Folgen, nur wegen eines kurzen, vermeintlich positiven Effekts?“ Der SPD-Fraktionssprecher hält es für notwendig, dass der Gemeinderat Stellung nimmt und „eventuell die Bevölkerung Murnaus in diese Frage einbezieht. Wenn dies möglich ist, bin ich geneigt, das anzuleiern.“ Manlik ist überzeugt, dass in der nächsten Sitzung am Donnerstag mehrere Gemeinderäte Bürgermeister Michael Rapp (CSU) auffordern werden, Informationen einzuholen. „Und er hat ein Anrecht darauf, sie zu bekommen.“

Mehr Informationen: In dieses Horn stößt auch Rolf Beuting. Die Gemeinde, erklärt der Gemeinderat und Kreisvorsitzende der ÖDP, „muss fordern, dass alle Informationen transparent und zeitnah auf den Tisch kommen. Erst dann lässt sich auch eine Bewertung abgeben.“ Beuting stellt ebenfalls die Frage aller Murnauer Fragen: „Was passiert mit den Soldaten? Heißt das, dass die Kaserne erhalten bleibt oder dass sie offenbar zur Verfügung - weil leer - steht?“ Skeptisch zeigt sich Beuting nach wie vor, was den vorgesehenen Biathlon- und Langlauf-Standort Schwaiganger angeht. Der Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen soll am 6. Oktober das Eckpunktepapier der Bewerbung mit den Details absegnen - „und bei uns im Nordlandkreis wird noch gar nichts bekannt gegeben“. Er hoffe, dass man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

Welf Probst gehört nicht zur Gruppe der Bedenkenträger - im Gegenteil: „Ich glaube, dass Olympia positiv für Murnau wäre und der Landkreis profitieren würde.“ Die Kasernen-Pläne - diese Option wird geprüft - stuft der Fraktionssprecher der Freien Wähler auch angesichts der zentralen Lage Murnaus als „sehr gute Idee“ ein. Er hoffe nicht, dass Murnau noch einmal von einer Kasernen-Auflösung betroffen sein wird.

Das untermauert sein CSU-Kollege Josef Bierling: „Politisch wollen wir den Bundeswehr-Standort in jedem Fall erhalten.“ Ein Mediendorf auf dem Militär-Gelände lässt nach Ansicht von Bierling Spielraum für alle möglichen Entwicklungen: Die Kaserne könnte aufgelöst werden - „oder eben auch ausgebaut und gestärkt weiterbestehen“. Bierling zählt grundsätzlich zu den Olympia-Befürwortern - und spielt darauf an, dass Großereignisse immer gut dafür sind, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Murnaus Politiker träumen etwa von einer Westumfahrung und vom hochwassersicheren Ausbau der Staatsstraße nach Schwaiganger. (sj)

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