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Fleißig, fleißig: Internet-Unternehmer Jonas Blinn (l.) räumt sein Büro schon mal ein. Daneben Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger.

Altes Murnauer Gemeinde-Krankenhaus 

Mehr Platz für Kreative im Innovationsquartier

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Murnau - In Murnaus Innovationsquartier, das bekanntlich im alten Gemeinde-Krankenhaus entstehen soll, steht mehr Platz für Firmen und Projekte der Kreativbranche zur Verfügung. Aufgrund der abgeebbten Flüchtlingswelle müssen keine Räume mehr für Migranten reserviert werden.

Noch zu Beginn des Jahres wurde im Landkreis fieberhaft nach Unterkünften für Flüchtlinge gesucht. Auch das ehemalige Murnauer Gemeinde-Krankenhaus, das jetzt – benannt nach dem gleichnamigen Mäzen – James-Loeb-Haus heißt, stand damals auf der Liste. In einem Teilbereich des ehrwürdigen Gebäudes sollten rund 40 Schutzsuchende untergebracht werden.

Doch die Flüchtlingszahlen sind stark zurückgegangen, für das Landratsamt gilt ein Anmietstopp. Das heißt: Die besagten Zimmer (kalkuliert wurde mit 24) werden nicht mehr benötigt – und können für das Hauptanliegen, ein Kreativzentrum zu schaffen, mitverwendet werden. Darauf habe sich die Marktgemeinde mit der Kreisbehörde „im Einvernehmen“ verständigt, berichtet auf Nachfrage Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der das Mammutprojekt Kreativzentrum betreut. Ein Stück Integrationsarbeit soll aber dennoch in dem Komplex, der dem Markt gehört, geleistet werden. Vorgesehen sind Räume, die die Volkshochschule und Murnau Miteinander etwa für Deutschkurse nutzen.

Probleme, die Mietflächen an den Mann oder die Frau zu bringen, gab und gibt es offenbar nicht. Im Gegenteil: Ein Großteil der rund 100 Räume – die gesamte Bürofläche beläuft sich auf etwa 2400 Quadratmeter, die sich auf vier Ebenen verteilen – ist laut Bittlinger bereits vergeben. Rund 20 Firmen, viele davon aus Murnau und der Region, stünden in den Startlöchern. Hinzu kommen Projekte wie etwa die Hightech-Werkstatt „MakerLab“, in der sich Tüftler austoben können und Schüler mit Zukunftstechnologien wie dem 3D-Druck vertraut gemacht werden. 

„Wir haben eine gute Mischung“, resümiert Bittlinger. „Ich bin zufrieden.“ Das Vorhaben habe sich schnell herumgesprochen und sei mittlerweile ein „Selbstläufer“. Die Palette der Betriebe, die einziehen werden, klingt vielversprechend. Sie reicht vom Neon-Künstler und von einer Goldschmiede über einen App-Entwickler bis hin zur Firma für Mikroelektronik, um nur einige Beispiele zu nennen. Ein Anreiz ist sicherlich der Mietpreis, der mit etwas über zehn Euro warm pro Quadratmeter für Murnauer Verhältnisse günstig ist. Start-Up-Unternehmen werden zusätzlich gefördert. 

Und wann geht’s los? Bittlinger rechnet mit der offiziellen Eröffnung erst im nächsten Jahr – später als bislang angenommen. Es müssen noch umfangreiche Arbeiten im Bereich des Brandschutzes und der Elektrik – dazu zählt vor allem die Internet-Infrastruktur – erledigt werden. Insgesamt investiert der Markt rund eine halbe Million Euro. Auch fehlt noch die Genehmigung durch das Landratsamt – nach Ansicht des Wirtschaftsförderers reine Formsache.

Die Mieter können bereits jetzt ihre Räume her- und einrichten. Einer der ersten ist Jonas Blinn, ein 38-jähriger Internet-Unternehmer aus Murnau. Er bastelt an einer Homepage für die komplette Organisation von Umzügen. Seine Einnahmen will er in Form von Provisionen erzielen, die er erhält, wenn beispielsweise jemand über seine Seite einen Lkw mietet. Blinn ist vom Konzept des Innovationsquartiers überzeugt: „Das ist super.“ Wichtig sei ihm – neben dem Arbeitsplatz am Wohnort – das Netzwerk, das unter den Kreativen entstehen soll. „Der Austausch ist für mich entscheidend.“ Alle könnten voneinander profitieren.

 Das ist auch Bittlingers Ansatz. Seiner Ansicht nach steht die eigentliche Arbeit erst bevor: das Ganze mit Leben zu erfüllen. Entstehen soll eine „Anlaufstelle für alle Kreativen im Landkreis“, erklärt er, die neben dem Austausch auch Beratung und Information bietet. Das Ziel ist bekannt: Der Wirtschaftsförderer und sein Chef, Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), wollen auf diese Weise in der Marktgemeinde neue Branchen neben den beiden Standbeinen Tourismus und Gesundheit etablieren und Arbeitsplätze schaffen. Bittlinger sieht daher in dem Innovationsquartier eine Dauereinrichtung; vom Gemeinderat genehmigt ist diese Nutzung aber vorerst nur für fünf Jahre.

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