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Lady in black: Anna Kälker aus Weilheim sieht man die Anstrengung überhaupt nicht an.

Heiß, heißer, Poledance

Da knistert's im Casino

Seefeld - Welch ein Feuer: Zehn sportliche Frauen aus Oberbayern und Tirol haben  in der Seefelder Spielbank einen heißen Tanz an der Stange gewagt. 

„Wuhuu, Anna“, brüllen die zwei Mädchen und klatschen kräftig in die Hände. Gleich ist ihre Freundin an der Reihe. Wie eine Fußballspielerin wird die 22-jährige Anna Kälker aus Weilheim von ihren Freundinnen angefeuert. Die Logopädin in dem gepunkteten Petticoat-Kleid steigt langsam auf die Bühne. Die Bässe der Musik dröhnen bereits durch die rappelvolle Spielbank. Mehr als 500 Zuschauer sind am Freitagabend gekommen, um die Damen bei der Premiere der Poledance-Casino-Trophy beim Tanzen zu sehen.

Mit vergoldetem Wodka reibt Kälker die Stange ein, auch „Pole“ genannt. Dadurch wird das Sportgerät nicht nur gereinigt, sondern werden zudem die Ablagerungen von Schweiß und Öl minimiert. Denn mit Cremes, Lotionen oder Körper-Make-Up muss Kälker vor dem Tanz vorsichtig sein – diese Produkte können die Haut glatt machen und die Rutsch- und Sturzgefahr enorm erhöhen.

Dann geht’s los. Nach einer Choreografie auf dem Boden räkelt sie sich Richtung Stange, ergreift sie und schwingt sich engelsgleich in die Höhe. Kein Zucken ist auf dem Gesicht der blonden Sportlerin zu sehen. Es scheint, als wäre es überhaupt kein Kraftakt für sie, sich nach oben zu katapultieren. Genau das ist die größte Herausforderung, wie auch Poledance-Trainerin Elodie von Poschinger weiß.

Die Murnauerin ist diesmal nicht auf der Bühne zu sehen, sondern sitzt als Expertin in der Jury. Mit wachem Blick verfolgt sie jede noch so kleine Bewegung der zehn Teilnehmerinnen. Neben von Poschinger haben echte Größen des Poledance-Sports Platz genommen: Sandra Reichel, Inhaberin und Redakteurin der Fachzeitschrift Pole Art Magazin, sowie Carina Obermeier, Inhaberin des Studio Polesition in Abensberg und Regensburg. Weniger vom Fach, dafür mit einem soliden Blick für die Damen ausgestattet, geben die beiden Herren in der Jury ihre Wertungen ab: Stefan Fischer, Verkaufsleiter der Firma „Top Spirits Schlumberger Sekt“ sowie Burnz Neuner vom Regionalsender Seefeld TV.

Anna Kälker hat sich mittlerweile von ihrem Kleid befreit und ist nur mehr mit schwarzer Sportunterwäsche auf der Bühne. Nach einer zügigen „Headover-Figur“ folgt ein Spin, der graziler nicht hätte sein können. Nach etwa dreieinhalb Minuten ist Kälker am Ende ihrer Kür. Erst jetzt sieht man ihr die enorme Anstrengung an. Luft holend gibt sie Casino-Direktor Robert Frießer ein Interview.

Noch ganz außer Atem erklärt sie, wie sehr ihr es gefiel, vor Publikum aufzutreten. „Ich habe zum ersten Mal vor so vielen Leuten getanzt“, erzählt sie dann auch gegenüber dem Tagblatt. Nur einmal zuvor hatte sie Außenstehenden ihr Talent gezeigt. „Bei der Murnauer Kunstnacht, aber da war ich hinter einer Fensterscheibe, dass war was ganz anderes.“ Den Auftritt fand die Jury gut. Mit insgesamt 20 Punkten wird sie sechste. Position eins und damit 500 Euro Preisgeld gehen an Daniela Pinzinger aus Bayern.

Poledance im Casino: Das sind die Bilder

„Die Leistungen, die die Mädchen vollbringen, sind Wahnsinn“, meint von Poschinger im Interview mit Frießer. „Es ist die perfekte Mischung aus Energie, Spaß und Sexappeal.“ Nicht viel ist also vom einst verruchten Ruf übrig geblieben. Es geht mehr um den sportlichen Aspekt. Und der hat es in sich. „So gilt Poledance als einer „der härtesten und anspruchsvollsten Sportarten überhaupt.“ 

Josef Hornsteiner

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