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Mehr Schneekanonen für Skigebiet in Garmisch

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Von: Matthias Holzapfel

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Garmisch-Partenkirchen - Die Beschneiung im Skigebiet Garmisch Classic hat Lücken. Die will die Bayerische Zugspitzbahn AG schließen: für die Weltcup-Rennen und für die Wintersportler. Das Verfahren läuft. Mit Widerstand ist offenbar nicht zu rechnen.

Der Blick richtet sich auf den Winter. Auf den Winter im kommenden Jahr. Selbst wenn die Bayerische Zugspitzbahn AG (BZB) die Genehmigung für eine weitere Beschneiung des Skigebietes Garmisch-Classic noch heuer bekommen sollte – es wird dauern, bis sie die aufwändigen Arbeiten ausführen kann. Erst für die Saison 2015/16 rechnet Betriebsleiter Karl Dirnhofer mit der Möglichkeit, weitere Schneekanonen aufstellen und in Betrieb nehmen zu können.

Es geht um die Kandahar-Herrenabfahrt vom Start bis zum Tröglhang. Gut 220 Meter misst der Teil. Sechs Zapfstellen möchte das Unternehmen dort in den Hang bauen. Und es geht um den Skiweg vom Kreuzjoch zum Hexenkessel. Dirnhofer schätzt den Abschnitt auf gut 550 Meter. Sieben Zapfstellen sind geplant. Bei Bedarf können die Mitarbeiter die Propellerkanonen zu den Standorten transportieren, anschließen und in Gang setzen. Die Kanonen dauerhaft zu installieren, wäre für die BZB zu teuer. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Planung: Es entsteht eine Ringleitung mit den riesigen Speicherseen an Hausberg und Kreuzeck. „Dann können wir das Wasser von oben nach unten oder von unten nach oben pumpen“, erklärt der Betriebsleiter.

Bund Naturschutz: "Wir sehen Beschneiung sehr problematisch"

Bislang bestehen im komplexen Beschneiungssystem des Classic-Skigebietes Lücken. Sowohl für die Alpinen Weltcup-Rennen auf der Kandahar als auch für die Gäste sollen sie geschlossen werden. Die BZB hat die Anträge zur wasserrechtlichen Genehmigung ans zuständige Landratsamt geschickt; die Behörde holt die erforderlichen Stellungnahmen ein. Unter anderem vom Markt Garmisch-Partenkirchen. Der Bauausschuss stellte sich bei nur einer Gegenstimme von Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) hinter das Vorhaben.

Notwendig seien auch die Einschätzungen von der Unteren Naturschutzbehörde, vom Wasserwirtschaftsamt und vom Forst, erklärt Dirnhofer. Danach bewerte das Landratsamt die Anträge – im besten Fall erhält die BZB die Genehmigung.

Der Bund Naturschutz (BN) lehnt das Vorhaben ab – im Grundsatz. „Wir sehen Beschneiung sehr problematisch“, sagt der Kreisvorsitzende Axel Doering. Schneekanonen seien ein fatales Signal. Mit viel Energie versuche die BZB, den Winter zurückzuholen. Aber es werde nicht dauerhaft gelingen. Trotzdem wird der BN keinen Widerstand leisten: Angesichts der Größe des bereits beschneiten Gebietes sei es sinnlos, „sich dann über dieses Fitzelchen aufzuregen. Wenn die BZB die Schläuche dann sauber eingräbt, ist das kein neuer Schaden.“

Kosten für neue Schneekanonen wohl im sechsstelligen Bereich

Er habe bei ähnlichen Arbeiten in der Vergangenheit immer viel Vertrauen in die Arbeit des Unternehmens gehabt, sagt Doering. Doch das habe zuletzt gelitten: als Mitarbeiter bei der Reinigung einen Speicherteiches einen große Menge Amphibienlaich entnahmen, im Trockenen ablegten und damit zerstörten (wir berichteten). Dirnhofer versichert indes, das Projekt eng mit der Naturschutzbehörde abzustimmen. „Diese Flächen sind so wertvoll“, sagt er, da müsse man erörtern, wann sie aufgegraben und begrünt werden sollen.

Daher würden die Arbeiten auch nicht heuer stattfinden, selbst wenn die Genehmigung in den kommenden Wochen käme. Zudem muss das Projekt ausgeschrieben werden. Dirnhofer rechnet mit Kosten im sechsstelligen Bereich.

Es sind nicht die letzten Abschnitte, die die Zugspitzbahn beschneien will. Auch für das Kinderland am Hausberg gibt es Überlegungen. „Aber das ist ein so sensibles Gelände“, räumt Dirnhofer ein, „da sind noch viele Gespräche nötig.“

Von Matthias Holzapfel

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