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Daheim in Murnau: Anneliese Moelaert sitzt an ihrem geliebten Staffelsee.

Unsere Serie: Mein Dorf

Diese Murnauerin fordert: „Wir brauchen ein Hallenbad“

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Murnau - In diesem Teil von unserer Serie "Mein Dorf" begegnen wir der Murnauerin Anneliese Moelaert (70). Sie verrät, warum die Marktgemeinde ein außergewöhnlicher Ort ist.

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Anneliese Moelaert, 70, lebt von Geburt an in Murnau im Kreis Garmisch-Partenkirchen – mit einer Unterbrechung von 20 Jahren. Sie ist verheiratet, aber getrennt, und hat zwei Töchter. Früher arbeitete Anneliese Moelaert als Bankangestellte und Lohnbuchhalterin, heute genießt sie ihren Lebensabend im Seniorenheim.

Münchner Merkur: Frau Moelaert, was ist für Sie das Allerschönste an Ihrem Heimatort?

Moelaert: Das ist der Staffelsee, auch wenn er den Seehausern gehört. Meine Eltern hatten ein Boot, deshalb war ich als Kind fast jedes Wochenende am See.

Münchner Merkur:  Die Gemeinde hat sich über die Jahre hinweg verändert. Zum Guten oder Schlechten?

Moelaert: Positiv finde ich auf alle Fälle die Fußgängerzone, da hat Murnau gewonnen. Ich fahre mit dem Bus in den Ort und genieße dort die Cafés und das Flair, vor allem, wenn Markttag ist. Man trifft viele Leut’. Schlecht ist allerdings, dass es kein Hallenbad für Kinder mehr gibt. Die müssen schließlich schwimmen lernen. Sonst bin ich wirklich sehr zufrieden.

Münchner Merkur:  Was macht Murnau zu einem außergewöhnlichen Ort?

Moelaert: Die Lage ist einzigartig. Man hat den See, ist aber in 20 Minuten in Garmisch-Partenkirchen, wo man skifahren, bergsteigen oder paragliden kann. Murnau hat einen ganz hohen Freizeitwert, den ich außer beim Schwimmen selbst kaum nutze. Ich bin nicht besonders sportlich.

Münchner Merkur:  Ihre Idee: Wie könnte man Murnau noch attraktiver machen?

Moelaert: Da wüsste ich nichts. Gerade Senioren sind gut versorgt. Nur die Wohnungspreise sind ein bisschen hoch für Familien und ältere Menschen mit kleiner Rente.

Münchner Merkur:  Sie kennen ja sicher jeden Winkel im Ort. Was ist Ihr Lieblingsplatz?

Moelaert: Die Bank vorm Rathaus. Ein paar Meter weiter hält der Bus vom Altersheim. Wenn ich auf ihn warte, setze ich mich immer dorthin und beobachte, wie die Leute flanieren. Das mag ich gern. Außerdem ist es schön, die Atmosphäre zu genießen und dann aber wieder ins geruhsame Altersheim zurückzukehren.

"Wir sind ja auch eine eigene Rasse"

Münchner Merkur:  Murnau ist ein Ort, der von Kultur geprägt ist. Gefällt Ihnen das?

Ja, sehr. Ich bin ein sehr musischer Mensch und gehe gern zu Kirchenkonzerten. In Murnau rührt sich in dieser Richtung immer etwas.

Münchner Merkur:  Was würden Sie denn einem Zuagroasten raten, wie er sich verhalten soll?

Moelaert: Einfach freundlich sein, das reicht.

Münchner Merkur:  Und wie würden Sie den typischen Murnauer beschreiben?

Moelaert: Wir wollen Murnau-Werdenfelser sein, so wie die Rinder. Wir sind ja auch eine eigene Rasse.

Münchner Merkur:  Inwiefern?

Moelaert: Wir sind etwas stur. Wie der Bayer halt so ist und wir sind nicht gleich für jeden aufgeschlossen. Prinzipiell ist der Murnauer aber schon freundlich und weiß viel über seinen Ort. Wenn Fremde was fragen, nimmt sich der Murnauer Zeit dafür. Ich würd’ sagen, man kann die Murnauer lassen, wie sie sind.

Fakten über Murnau

  • Bürgermeister: Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum Murnau)
  • Einwohner: 12 184 
  • Geschichte: Bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt, der Ort entstand ab dem 12. Jhd. rund um die Burg Murnau 
  • Prominente: Christoph Probst (Weiße Rose), Wassily Kandinski und Gabriele Münter (Maler), Emanuel von Seidl (Architekt), Käthe Kruse (Puppenmacherin)

Wollen Sie mitmachen?

Wenn auch Sie Ihr Dorf oder Ihre Stadt vorstellen möchten, schreiben Sie uns an blickpunkt@merkur.de oder an Münchner Merkur, Im Blickpunkt, Paul-Heyse-Straße 2-4, 80336 München

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