Auf Du und Du: Papst Benedikt XVI. begrüßt seinen Studienfreund Erwin Hausladen im Vatikan. Foto: fkn

Mein Freund, der Papst

Krün - Wer hat schon einen Papst als Freund? Monsignore Erwin Hausladen, Ehrenmitglied des Krüner Trachtenvereins, kann das von sich behaupten.

Nicht nur mit dem beschaulichen Dorf Krün, wo Erwin Hausladen zum Ehrenmitglied des hiesigen Trachtenvereins erhoben wurde, verbindet den Monsignore eine tiefe Freundschaft. Joseph Ratzinger (83), der heute als Papst Benedikt XVI. die Geschicke von einer Milliarde Katholiken lenkt, und Hausladen kennen und schätzen sich seit einer gefühlten Ewigkeit. „Das passiert alle 2000 Jahre einmal, dass man zu einem Papst Du sagen kann“, sinniert der Krüner Ehren-Trachtler.

Die Wege der beiden kreuzten sich vor über 60 Jahren. „Ich habe mit ihm und seinem Bruder Georg Ende der 1940er Jahre studiert“, erzählt Hausladen. „Nach fünfeinhalb Jahren haben wir in Freising 1951 gemeinsam die Priesterweihe erhalten.“ Der Geistliche erinnert sich gerne an die Studienzeit. „Den Georg (Anm. der Redaktion: Er wurde später Domkapellmeister und Leiter der Regensburger Domspatzen) nannten wir damals den ,Orgelratz‘ und unseren Joseph liebvoll ,Bücherratz‘“. Denn schon in jungen Jahren wälzte der spätere Papst unzählige theologische und philosophische Abhandlungen.

Seinerzeit verbrachten Hausladen und die Ratzinger-Brüder viel Freizeit miteinander. „Wir haben diskutiert, wie die Kirche neu konzipiert werden kann, da uns die Förderung der Jugend wichtig war.“ Über all die Jahrzehnte brach der Kontakt nie ab. Als 2001 Kardinal Joseph Ratzinger, damals Leiter der Glaubenskongregation, den Festgottesdienst zu Ehren von Hausladens Goldenem Priesterjubiläum in Freising hielt, saß Hausladen beim anschließenden Mahl neben seinem Studienkollegen. „Ich nutzte dies zur Kritik an der heutigen Kirche mit meinem Wissen aus Alltag und Praxis.“ Anschließend gab Hausladen seinem Freund aus Marktl noch mit auf den Weg: „Du kannst das ruhig in meinem Namen im Vatikan weitergeben.“ Scherzhaft fügte er hinzu: „Ich will ja nicht mehr befördert werden.“ Der spätere Pontifex kommentierte dies mit den Worten: „Buzi, Du bist immer noch der Gleiche.“

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